Weitere Missstände im Strafvollzug

Extreme Gefängnisüberfüllung in 13 dominikanischen Haftanstalten

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Der Direktor des Nationalen Büros der öffentlichen Verteidigung verurteilte die extreme Überbelegung und die gravierenden Mängel, die zahlreiche Strafvollzugsanstalten des Landes betreffen. Dies stelle eine eindeutige Verletzung internationaler Menschenrechtsstandards dar.

Rodolfo Valentín Santos erklärte, dass Gefängnisse wie La Victoria, Nagua, Samaná, Cotuí, La Vega, El Seibo, Higüey, 15 de Azua, 19 de Marzo, Monte Cristi, Santiago Rodríguez, Pedernales und Barahona derart überfüllt seien, dass die Häftlinge gezwungen seien, Badezimmer und Flure als Schlafplätze zu nutzen.

Nach seinen Worten entsprechen diese Einrichtungen nicht den menschenrechtlichen Mindeststandards, da Feuchtigkeit, Müllansammlungen und Platzmangel ein würdiges Leben für Inhaftierte unmöglich machten.

In der Fernsehsendung „Entre Periodistas“, produziert von Miguel Franjul und Wendy Santana auf Telesistema, bezeichnete Valentín Santos die Lage besonders in den Strafzellen als gravierend: Dort müssten Gefangene auf dem Boden schlafen, was das Risiko von Krankheiten und psychischen Belastungen erhöhe.

Er betonte, dass die fehlende Verfügbarkeit von Betten die unhygienischen Bedingungen in den Zellen verschärfe und das Risiko von Infektionskrankheiten steigere.

Zudem hätten Inspektionen Fälle unmenschlicher und erniedrigender Behandlung dokumentiert. Viele Insassen berichteten von körperlichen und verbalen Misshandlungen durch einzelne Vollzugsbeamte.

Hinsichtlich der sogenannten „Reflexionszellen“ stellte der öffentliche Verteidiger klar, dass diese in der Praxis als Straf- und Folterzellen genutzt würden. Obwohl sie nur für eine Person vorgesehen seien, würden dort oft mehr als fünf Häftlinge untergebracht – in völlig unzumutbaren Bedingungen. Strafen von 30 Tagen in diesen Zellen bezeichnete er als unmenschlich.

Die Zellen verfügten weder über angemessene Fenster noch über Trinkwasser oder Belüftung, was die Situation zusätzlich verschlimmere.

Weitere Missstände im Strafvollzug

Valentín Santos kritisierte zudem das Fehlen von Kantinen, mangelnde Hygiene, unzureichende Kontrolle, Nahrungsmittelknappheit und ungenügende medizinische Betreuung – Probleme, die im System weit verbreitet seien.

Besonders problematisch sei die Versorgung in Jugendzentren, wo abgelaufene oder verdorbene Lebensmittel, darunter sogar fauliges Gemüse, gefunden worden seien. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die staatlichen „Comedores Económicos“ nicht immer die erforderliche Menge an Nahrungsmitteln bereitstellten.

Für die Einrichtungen für Minderjährige hob er den Mangel an geeigneter Infrastruktur, medizinischer Versorgung und Resozialisierungsprogrammen hervor. Er warnte davor, dass trotz Empfehlungen zur Schließung von Zentren wie jenem in La Vega weiterhin grausame Behandlungen an der Tagesordnung seien.

Zudem beklagte er, dass es an Geschirr und geeigneten Essbereichen fehle. Viele Häftlinge seien gezwungen, ihre Mahlzeiten aus Plastiktüten zu essen – eine klare Verletzung ihrer Rechte.