Ein in der dominikanischen Abgeordnetenkammer eingereichter Gesetzentwurf sieht die Einführung eines verpflichtenden Militärdienstes für dominikanische Staatsbürger beider Geschlechter im Alter zwischen 18 und 35 Jahren vor.
Die Initiative stammt vom Abgeordneten Elías Wessin Chávez und wurde nach den vorliegenden Angaben im Mai bei der Secretaría Legislativa hinterlegt. Eine gesetzliche Wehrpflicht besteht damit noch nicht; der Vorschlag befindet sich im parlamentarischen Verfahren.
Der Entwurf definiert den Militärdienst als eine Phase der Ausbildung, Schulung und militärischen Vorbereitung. Nach einer Grundausbildung sollen die Wehrpflichtigen verschiedenen Bereichen der Streitkräfte zugewiesen werden.
Ziel sei es, sie für den Einsatz in den Reserven vorzubereiten und damit die Verteidigungsfähigkeit des Landes bei inneren oder äußeren Bedrohungen sowie in Not- und Katastrophenfällen zu stärken.
Die Verpflichtung würde nach dem Entwurf mit Erreichen der Volljährigkeit beginnen und mit dem 35. Lebensjahr enden. Besonders weitreichend ist eine weitere Bestimmung: Familien, die direkt oder indirekt staatliche Unterstützung erhalten, sollen demnach verpflichtet sein, ihre Kinder im entsprechenden Alter zum Militärdienst zu schicken.
Während der Ausbildungszeit sollen die Teilnehmer einen Mindestlohn zur Deckung ihrer Bedürfnisse erhalten. Zudem sieht der Entwurf eine Aufnahme in das subventionierte Gesundheitssystem von SeNaSa vor.
Militärdienst soll auch technische Ausbildung bieten
Der Gesetzentwurf begründet die Initiative nicht ausschließlich mit militärischen Zielen. Er nennt auch gesellschaftliche Probleme wie Jugendkriminalität, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten, Bewegungsmangel sowie einen aus Sicht der Initiatoren bestehenden Verlust von Werten wie Respekt, Ehrlichkeit und Patriotismus.
Die Ausbildung soll deshalb nicht nur militärische Inhalte und den Umgang mit Waffen umfassen. Vorgesehen sind auch technische Berufsausbildung, körperliches Training, Disziplin und staatsbürgerliche Bildung.
Nach Vorstellung der Initiatoren könnte der Militärdienst damit zugleich die spätere Eingliederung junger Menschen in den Arbeitsmarkt erleichtern.
Ob die vorgeschlagene Wehrpflicht im Kongress eine Mehrheit findet und in welcher Form der Entwurf gegebenenfalls verändert wird, geht aus den vorliegenden Angaben nicht hervor.
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