Die dominikanische Zollbehörde DGA will die Kontrolle von Waren verschärfen, die über die Dominikanische Republik im internationalen Transit nach Haiti gelangen. Nach Angaben von DGA-Direktor Nelson Arroyo wurden solche Lieferungen bislang teilweise in privaten Lagerhäusern zwischengelagert. Dies habe die lückenlose Nachverfolgung der Waren erschwert.
Arroyo erklärte, das Verfahren sei vor allem wegen fehlender Infrastruktur an der Grenze und der Sicherheitskrise in Haiti entstanden. Reedereien hätten Schwierigkeiten, Waren direkt auf haitianisches Territorium weiterzutransportieren.
Problematisch sei, dass sich in denselben privaten Lagern sowohl dominikanische Exportwaren für Haiti als auch aus dem Ausland kommende Transitware befinden könne. Dadurch werde die Kontrolle darüber erschwert, welche Waren tatsächlich die Grenze überqueren.
Der DGA-Direktor räumte ein, dass die Überwachungskette zeitweise geschwächt gewesen sein könnte. Die Behörde arbeite deshalb daran, die Kontrollen zu verstärken. Dazu soll unter anderem zusätzliches Zollpersonal eingesetzt werden.
Transitverkehr nach Haiti nimmt deutlich zu
Nach Angaben Arroyos wurden in diesem Jahr bislang rund 3.900 Container im Transit nach Haiti transportiert. Das seien etwa 50 Prozent mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.
Die DGA kündigte deshalb neue Vorgaben an. Künftig sollen Unternehmen höchstens 20 Container pro Tag im internationalen Transit nach Haiti abfertigen dürfen. Darüber hinaus müssen Transporte mindestens 24 Stunden vorher angemeldet werden.
Container dürfen nach den neuen Bestimmungen außerdem nur zwischen 8 und 13 Uhr Häfen und Logistikzentren in Richtung Grenze verlassen. Damit soll nach Angaben der Behörde insbesondere bei größeren gleichzeitig abgefertigten Mengen eine bessere Überwachung ermöglicht werden.
Keine Belege für Waren in dominikanischen Supermärkten
Arroyo nahm auch zu Vorwürfen Stellung, wonach als Transitware für Haiti deklarierte Produkte möglicherweise auf dem dominikanischen Markt und insbesondere in Supermärkten gelandet sein könnten. Teil der Vorwürfe war, Waren könnten umverpackt und anschließend als Eigenmarken verkauft worden sein.
Nach Angaben des Zollchefs ergaben Untersuchungen der DGA dafür keine Belege. Er verwies darauf, dass die regulären Importe der Supermärkte nicht zurückgegangen, sondern um 14 Prozent gestiegen seien. Auch die damit verbundenen Zolleinnahmen hätten sich positiv entwickelt.
Arroyo wies daher auch Vorwürfe zurück, dem dominikanischen Staat seien durch ein solches Vorgehen Steuereinnahmen in Milliardenhöhe entgangen.
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