An formalisierten Motoconcho-Standplätzen im Großraum Santo Domingo sollen nach Angaben des Verkehrsinstituts Intrant rund acht Prozent der Fahrer haitianische Staatsangehörige mit irregulärem Aufenthaltsstatus sein. Gleichzeitig erhebt die Behörde schwere Vorwürfe gegen Betreiber und Verbände, die Standplätze ohne ausreichende Kontrolle organisieren.
Die nationale Direktorin für Motorräder beim Intrant, Margarita Rodríguez, sprach von einem wirtschaftlichen System, bei dem ausländische Fahrer teilweise Geld an Verantwortliche von Motoconcho-Standplätzen zahlen müssten, um dort arbeiten zu dürfen.
Nach ihrer Darstellung betrifft dies besonders Bereiche in San Luis in Santo Domingo Este sowie entlang der Avenida Luperón im Distrito Nacional.
Rodríguez erklärte, die Betreiber nutzten teilweise die verletzliche Situation von Migranten ohne regulären Aufenthaltsstatus aus. Für einen Platz an bestimmten Standorten würden nach ihren Angaben Beträge zwischen 15.000 und 150.000 Pesos verlangt. Unabhängige Belege für diese Angaben werden im Ausgangstext nicht genannt.
Intrant will Standplätze stärker formalisieren
Ein weiteres Problem sieht die Behörde darin, dass zahlreiche Motoconcho-Standplätze ohne Genehmigung der zuständigen Gemeinden eingerichtet worden seien. Teilweise befänden sie sich auf Grünflächen oder anderen öffentlichen Flächen.
Rodríguez kritisierte, dass einzelne Personen faktisch Standorte und Routen kontrollierten, obwohl ihnen dafür keine kommunale Genehmigung vorliege.
Das Intrant hat deshalb einen Prozess zur Regulierung und Formalisierung der Motoconcho-Standplätze begonnen. Für die Hauptstadtregion geht die Behörde von mehr als 7.000 entsprechenden Standorten aus. Rund die Hälfte davon sei inzwischen reguliert, erklärte Rodríguez.
Auch in Dajabón will die Behörde stärker eingreifen. Nach Angaben der Intrant-Direktorin gibt es dort Beschwerden über haitianische Motoconcho-Fahrer, die täglich die Grenze überquerten, Fahrgäste transportierten und anschließend nach Haiti zurückkehrten.
Rodríguez kündigte an, gemeinsam mit den örtlichen Behörden gegen diese Praxis vorzugehen.
Die Aussagen stammen von einer Vertreterin des Intrant. Stellungnahmen der betroffenen Motoconcho-Verbände oder der genannten Fahrer werden im vorliegenden Bericht nicht wiedergegeben.
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