Erst 800 Personen gegen Influenza geimpft

Gesundheitsbehörde ruft dringend zur Grippeimpfung auf und warnt vor Missbrauch von Antibiotika

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Der Gesundheitsminister Víctor Atallah hat die Bevölkerung eindringlich dazu aufgerufen, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Zudem warnte er davor, dass der unsachgemäße Einsatz von Antibiotika zunehmende antimikrobielle Resistenzen verursacht und behandelbare Infektionen in lebensbedrohliche Risiken verwandelt.

„Derzeit sind 800 Personen gegen Influenza geimpft. Wir verfügen über 300.000 Impfstoffdosen, und wir warten darauf, dass die Menschen kommen. Wir rufen aktiv dazu auf. Die Impfung steht bereit“, erklärte der Minister nach der Abschlussveranstaltung der Woche zur Sensibilisierung über antimikrobielle Resistenzen im Hotel Catalonia.

Der Minister erläuterte, dass der Anstieg von Atemwegsinfektionen in der kalten Jahreszeit üblich sei. Mit Blick auf die bevorstehende Wintersaison warnte er davor, dass die Fälle weltweit – und ebenso in der Dominikanischen Republik – weiter zunehmen werden.

Er hob außerdem den Erfolg der Kinderimpfkampagne gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) hervor: Mehr als 4.000 Kinder seien bereits immunisiert worden.

Antimikrobielle Resistenz als tödliches Risiko

Während seiner Ansprache betonte Atallah die Bedeutung der Aufklärung über den verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika, da der falsche Gebrauch zu Todesfällen führen könne.

„Die Medikamente, die wir üblicherweise zur Behandlung bakterieller Infektionen einsetzen, werden häufig falsch verwendet. Das hat dazu geführt, dass viele Erreger, die früher empfindlich auf Behandlungen reagierten, heute gegenüber diesen Medikamenten unempfindlich geworden sind“, erklärte er.

Er warnte, dass Antibiotika weder selbst verschrieben noch an andere Personen weitergegeben werden dürfen, da dies resistente Organismen hervorbringen kann.

„Infektionen, die früher leicht behandelbar waren, entwickeln sich heute zu schwerwiegenden oder sogar tödlichen Erkrankungen“, betonte Atallah.

Um dem entgegenzuwirken, hat das Gesundheitsministerium eine Informationskampagne über den richtigen Gebrauch und die Folgen des Missbrauchs von Antibiotika gestartet.

Dengue-Präventionskampagne

Der Gesundheitsminister erklärte, dass die Dominikanische Republik in der regionalen Bekämpfung von durch Vektoren übertragenen Krankheiten führend sei und eine Reduzierung von 80 % der Infektionskrankheiten erreicht habe.

Er hob hervor, dass fortlaufend präventive Maßnahmen durchgeführt werden, darunter wöchentlich zwischen 800 und 1.000 Müllsammlungen und Fumigationseinsätze.

„Wir wurden kürzlich zur Weltkonferenz für öffentliche Gesundheit nach Washington eingeladen, um zu erläutern, warum wir regional führend im Management vektorübertragener Krankheiten sind“, fügte er hinzu.

Auch die Leiterin der Epidemiologie, Yori Roque, berichtete, dass im November-Bulletin ein Anstieg der bakteriellen Resistenzen bei den Spezies Klebsiella, Staphylococcus und Acinetobacter festgestellt wurde – Bakterien, die schwere Infektionen verursachen können.

„Auffällig ist, dass dies dieselben Bakterien sind, die bei Probenahmen in Flüssen und kontaminierten Gewässern identifiziert wurden. Das verweist auf den wahllosen Einsatz von Antibiotika. Escherichia coli ist beispielsweise ein Hauptverursacher von Harnwegsinfektionen, gegen die sich viele Menschen häufig selbst medikamentieren“, erklärte die Infektionsspezialistin.

Der Anstieg der Infektionen durch diese Bakterien beläuft sich auf 12 %, entsprechend rund 1.000 Fällen von Harnwegsinfektionen, so Roque.