Bausektor betroffen

Haitianer zahlen bis zu 17.000 RD$ für illegale Rückkehr in die Dominikanische Republik

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Haitianer mit irregulärem Aufenthaltsstatus, die im dominikanischen Bausektor arbeiten und abgeschoben wurden, zahlen bis zu 17.000 dominikanische Pesos, um illegal wieder in die Dominikanische Republik einzureisen.

Dies geht aus der Studie „Arbeitsmarkt und ausländische Arbeitskräfte im Bausektor der Dominikanischen Republik“ von Marina Ortiz Rita Mena hervor.

In der Untersuchung berichteten befragte haitianische Arbeiter von ihren Erfahrungen mit der Migrationsbehörde und davon, was passiert, wenn sie ohne Papiere aufgegriffen werden.

„Die meisten kehren auf irregulärem Weg zurück und zahlen Beträge zwischen 11.000 und 17.000 Pesos“, heißt es im Bericht.

Zudem gaben sie an, zwischen 7.000 und 10.000 RD$ an Migrationsbeamte gezahlt zu haben, um einer Festnahme zu entgehen.

Viele erklärten, dass Mitarbeiter der Migrationsbehörde gezielt an Zahltagen an ihren Arbeitsplätzen auftauchen, um angeblich ihre Papiere zu kontrollieren. Diese „Kontrollen“ würden jedoch oft als Vorwand dienen, um von ihnen Geld zu fordern – „para que uno le dé lo suyo“ (damit man ihnen etwas zusteckt).

Zahlungen für „Kontrollen“

Mehrere Arbeiter berichteten auch von Missbrauch durch Beamte der Generaldirektion für Migration (DGM). Sie erklärten, dass sie gelegentlich trotz gültiger Papiere festgenommen würden, nur um eine zusätzliche Überprüfung durchführen zu lassen.

Diese „Kontrollen“ können sie bis zu 20 US-Dollar (ca. 1.200 RD$) kosten.

Wunsch nach Regularisierung

Trotz der hohen Zahl irregulärer Arbeitskräfte im Bauwesen erklärten viele der befragten Haitianer, dass sie gern legal im Land leben und arbeiten würden.

Allerdings sei der Regularisierungsprozess langsam, teuer und kompliziert. Einige sagten, dass sie nach dem Sammeln aller angeforderten Dokumente oft überraschend neue Anforderungen gestellt bekämen, die den Ablauf verzögerten.

„Wir wollen alle legal sein, aber es ist nicht einfach, an die Papiere zu kommen“, klagte ein Arbeiter.

Die Studie wirft damit ein Schlaglicht auf ein strukturelles Problem im dominikanischen Migrations- und Arbeitssystem, das sowohl ausbeuterische Praktiken als auch behördliche Schwächen offenbart – mit weitreichenden Konsequenzen für die betroffenen Menschen und die Branche insgesamt.