Nach einem Norovirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff Caribbean Princess von Princess Cruises rückt die hochansteckende Magen-Darm-Erkrankung erneut in den Fokus. Das Schiff legte am Freitag in Amber Cove bei Puerto Plata an.
Nach Angaben zum Vorfall wurden 115 Passagiere mit der Erkrankung gemeldet. Bei 21 von ihnen waren die Beschwerden zum Zeitpunkt des Anlegens in Amber Cove noch aktiv.
Noroviren werden häufig als „Magen-Darm-Grippe“ oder „Magenvirus“ bezeichnet. Mit der klassischen Influenza haben sie jedoch nichts zu tun. Sie verursachen eine akute Gastroenteritis, also eine Entzündung von Magen und Darm.
Die Erkrankung ist sehr ansteckend. Typische Symptome sind Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen. Zusätzlich können Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.
Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC beginnen die Beschwerden meist 12 bis 48 Stunden nach Kontakt mit dem Virus. Die meisten Betroffenen erholen sich innerhalb von ein bis drei Tagen.
Trotzdem können Erkrankte das Virus noch bis zu zwei Wochen nach der Infektion weiterverbreiten.
Besonders problematisch sind Erbrechen und Durchfall, weil sie zu Dehydration führen können. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei kleinen Kindern, älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen.
Anzeichen für Dehydration sind unter anderem deutlich weniger Urin, ein trockener Mund oder Hals, Schwindel beim Aufstehen, ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Reizbarkeit. Bei Kindern kann auch auffallen, dass sie ohne oder mit nur wenigen Tränen weinen.
Noroviren verbreiten sich leicht und schnell. Eine Ansteckung ist durch direkten Kontakt mit infizierten Personen möglich, etwa beim Pflegen, beim Teilen von Speisen oder Besteck oder durch Lebensmittel, die von infizierten Personen berührt wurden.
Auch verunreinigte Speisen und Getränke können eine Rolle spielen. Ein weiterer Übertragungsweg sind kontaminierte Oberflächen oder Gegenstände, wenn anschließend ungewaschene Finger an den Mund gelangen.
Roh verzehrte Lebensmittel wie Austern und andere filternde Meeresfrüchte können Viren und Bakterien enthalten. Sie gelten deshalb als mögliches Risiko für Magen-Darm-Erkrankungen.
Zur Vorbeugung empfehlen die Behörden gründliches und häufiges Händewaschen, das vollständige Durchgaren von Meeresfrüchten sowie das gründliche Waschen von Obst und Gemüse.
Kontaminierte Oberflächen sollten gereinigt werden. Kleidung sollte bei Bedarf mit heißem Wasser gewaschen werden. Wer erkrankt ist, sollte nach Abklingen der Symptome noch 48 Stunden zu Hause bleiben, um weitere Ansteckungen zu vermeiden.
Für Puerto Plata ist der Vorfall auch deshalb relevant, weil Amber Cove zu den wichtigen Kreuzfahrthäfen an der Nordküste der Dominikanischen Republik gehört. Gesundheitskontrollen und Hygienemaßnahmen spielen dort eine zentrale Rolle, wenn Schiffe mit vielen Passagieren anlegen.
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