Kinderarbeit im Fokus

Dominikanische Republik verstärkt Kampf gegen Kinderarbeit

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Die dominikanische Regierung will Kinderarbeit im Land konsequenter bekämpfen. Arbeitsminister Eddy Olivares Ortega erklärte, die Regierung unter Präsident Luis Abinader verfolge das Ziel, Kinderarbeit durch wirksamere und dauerhaft angelegte Maßnahmen endgültig zu beseitigen.

In einem umfassenden Bericht zur Bekämpfung der Kinderarbeit hob Olivares die bisherigen Fortschritte hervor. Zugleich kündigte er an, das spezialisierte Team des Arbeitsministeriums weiter auszubauen.

Dieses Team besteht aus Psychologen, Sozialarbeitern, Juristen und Übersetzern. Es ist landesweit für Prävention, Erkennung und Beseitigung von Kinderarbeit zuständig.

Nach Angaben des Ministers soll die Einheit im kommenden Halbjahr erweitert werden. Dadurch sollen die territoriale Reichweite und die operative Leistungsfähigkeit verbessert werden.

Ein Schwerpunkt liegt auf vorbeugender Arbeit. Unter Leitung von Hilaria Hilario, Direktorin für die Beseitigung von Kinderarbeit, wurden landesweit 138 DARSE-Workshops durchgeführt. DARSE steht für Erkennung, Betreuung, Verweisung, Nachverfolgung und Beseitigung von Kinderarbeit.

An diesen Schulungen nahmen 6.396 Personen teil, darunter 3.285 Frauen und 3.111 Männer. Die ursprüngliche Zielmarke lag bei 2.000 Teilnehmenden und wurde damit deutlich übertroffen.

Parallel dazu führt das Arbeitsministerium systematische Kontrollen durch. Die Inspektoren arbeiten dabei mit Fachleuten der zuständigen Direktion zusammen und sind in allen Provinzen sowie in verschiedenen Produktionssektoren im Einsatz.

Besonderes Augenmerk gilt strategisch wichtigen Agrarregionen. Kontrolliert werden vor allem Gebiete mit Zuckerrohr-, Reis-, Bananen-, Tomaten-, Kaffee- und Kakaoproduktion.

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Dort sollen Überwachung, Beratung und die Einhaltung arbeitsrechtlicher Vorschriften dauerhaft verstärkt werden.

Im Agrarsektor führte die Direktion für Inspektion im Jahr 2025 gemeinsam mit Fachkräften für Kinderarbeit insgesamt 5.094 Kontrollen durch.

Allein im ersten Quartal 2026 wurden bereits 1.919 Besuche registriert. Das entspricht 37,7 Prozent der Gesamtzahl des Vorjahres.

Sollte dieses Tempo anhalten, könnten bis Ende 2026 rund 7.676 Inspektionen erreicht werden. Das wäre ein geschätzter Anstieg von 50,7 Prozent gegenüber 2025.

Die angekündigte Offensive zeigt, dass die Bekämpfung von Kinderarbeit in der Dominikanischen Republik stärker auf Prävention, Kontrolle und institutionelle Zusammenarbeit ausgerichtet wird. Entscheidend dürfte sein, ob die Maßnahmen dauerhaft in den betroffenen Regionen umgesetzt und soziale Ursachen wirksam angegangen werden.

Kinderarbeit ist eng mit sozialen Strukturen, Bildungschancen und wirtschaftlichen Bedingungen verbunden. Eine nachhaltige Lösung hängt deshalb nicht nur von Kontrollen ab, sondern auch von Zugang zu Schule, familiärer Unterstützung und besseren Perspektiven in ländlichen Regionen.

Gesellschaftliche Entwicklung besser einordnen

Bildung, Arbeit und soziale Teilhabe gehören zu den zentralen Zukunftsfragen der Dominikanischen Republik. Wer die Hintergründe gesellschaftlicher Entwicklungen verstehen möchte, findet im DomRep Guide weitere Einordnung zu Bildung und Gesellschaft.

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