Drogenfund vor Pedernales

Pedernales: DNCD beschlagnahmt 1,6 Tonnen Kokain

Lesedauer: 2 Min.

Die dominikanische Antidrogenbehörde DNCD hat vor der Küste der Provinz Pedernales 1.670 Pakete Kokain beschlagnahmt. Nach ersten Angaben entspricht die Ladung rund 1,6 Tonnen.

Der Einsatz war von hoher Spannung geprägt. Nach Angaben des DNCD-Sprechers Carlos Devers kam es zu einem Schusswechsel, nachdem eine Schnellboot-Besatzung versucht hatte, sich der Kontrolle zu entziehen.

Die Operation wurde laut DNCD nach Geheimdienstinformationen über das Eindringen eines Schnellbootes des Typs „Eduardoño“ in dominikanische Gewässer ausgelöst. Beteiligt waren maritime, luftgestützte und landgestützte Einheiten.

An der Pressekonferenz nahmen auch Kapitän zur See Randy Vegasso sowie Oberst Juan Miguel Montilla, Sprecher der dominikanischen Luftwaffe, teil.

Nach Darstellung der Behörden beschleunigten die Insassen des Bootes, als sie sich eingekreist sahen. Schließlich setzten sie die rund 32 Fuß lange Lancha in der Nähe von Playa Blanca in der Gemeinde Trudille auf Grund.

Beim Verlassen des Bootes hätten die Verdächtigen auf Soldaten und Einsatzkräfte geschossen. Verletzte wurden zunächst nicht gemeldet. Die Männer konnten in das Waldgebiet des Nationalparks Jaragua flüchten.

Nachdem das Gebiet gesichert war, untersuchten Spezialeinheiten das Boot. Es war mit zwei Motoren zu je 250 PS ausgestattet.

An Bord fanden die Behörden 57 Bündel mit insgesamt 1.670 Paketen der mutmaßlichen Droge. Außerdem wurden Kraftstofftanks, Kanister und moderne Kommunikationsausrüstung entdeckt.

Carlos Devers erklärte, kriminelle Organisationen nutzten zunehmend schnelle Drogenboote mit moderner Technik, um große Ladungen aus Südamerika in die Karibik einzuschleusen.

Internationale Zusammenarbeit

Nach Angaben der DNCD war der Einsatz das Ergebnis koordinierter Zusammenarbeit. Beteiligt waren unter anderem die dominikanische Marine, die Luftwaffe, das Heer, internationale Partner sowie die Staatsanwaltschaft.

Genannt wurden auch die US-amerikanische Drogenbekämpfungsbehörde DEA und die Joint Interagency Task Force South. Das Ministerio Público koordinierte demnach die rechtlichen Abläufe und die Sicherung der Beweiskette.

Mehr als zehn Tonnen im Jahr 2026

Devers erklärte, dass im laufenden Jahr 2026 bereits mehr als zehn Tonnen Drogen beschlagnahmt worden seien. Aus Sicht der Behörde unterstreicht dies die Rolle der Dominikanischen Republik im Kampf gegen die transnationale organisierte Kriminalität in der Karibik.

WERBUNG


Kontakt

Die beschlagnahmten Pakete wurden an das Instituto Nacional de Ciencias Forenses übergeben. Dort sollen das genaue Gewicht und die Art der Substanz bestätigt werden.

Gleichzeitig dauern die Suchmaßnahmen nach den geflüchteten Verdächtigen an. Nach Angaben der Behörden werden weiterhin Aufklärungsflüge und Suchaktionen am Boden durchgeführt.

Der Fall zeigt erneut, wie stark die Südküste und Grenzregionen im Fokus internationaler Schmuggelrouten stehen.