Die dominikanische Regierung hat klargestellt, dass sie die Abschlusserklärung der IV. Cumbre en Defensa de la Democracia in Barcelona nicht unterzeichnet hat. Zuvor war die Dominikanische Republik in Veröffentlichungen als einer der Unterzeichner des Dokuments genannt worden.
Das Außenministerium erklärte, die Dominikanische Republik habe an den Debatten teilgenommen, die gemeinsame Erklärung jedoch nicht mitgetragen. Dies entspreche der üblichen Praxis, wenn ein Text nicht vollständig mit der Position des dominikanischen Staates übereinstimme.
Die Erklärung der Konferenz enthielt Kritik an autoritären Regimen in der Region und rief zu Maßnahmen gegen demokratische Rückschritte auf.
Für zusätzliche öffentliche Diskussion sorgte die Reaktion der US-Botschafterin in der Dominikanischen Republik, Leah Campos. Sie kritisierte in sozialen Medien Formulierungen im Zusammenhang mit Desinformation und deutete diese als Gefahr für die Meinungsfreiheit.
In einem Beitrag schrieb Campos, wenn die „globale Linke“ vor Desinformation warne, trete sie in Wirklichkeit für Zensur ein. In einer weiteren Veröffentlichung teilte sie ein Bibelzitat aus der Offenbarung, das in der politischen Debatte als Kritik an zurückhaltenden oder moderaten Positionen verstanden wurde.
Das dominikanische Außenministerium betonte, das Land unterhalte diplomatische und wirtschaftliche Beziehungen zu allen Staaten der Region. Multilaterale Erklärungen würden nur dann unterzeichnet, wenn sie die Position des dominikanischen Staates vollständig widerspiegelten.
Die Konferenz in Barcelona brachte Präsidenten und frühere Staatschefs aus Iberoamerika zusammen. Die Abschlusserklärung umfasste 15 Punkte und enthielt unter anderem Kritik an Venezuela, Nicaragua und Kuba.
Nach Angaben im Ausgangstext wurde die Erklärung von Argentinien, Uruguay, Ecuador, Costa Rica, Panama und Paraguay sowie mehreren ehemaligen Präsidenten unterzeichnet.
Konkrete Gründe für die Entscheidung der Dominikanischen Republik nannte die Regierung nicht. Diplomatische Beobachter verweisen jedoch auf mehrere mögliche Faktoren.
Dazu zählen die Beziehungen zu Venezuela, der traditionelle Grundsatz der Nichteinmischung in Angelegenheiten anderer Staaten sowie die Rolle der Dominikanischen Republik als Gastgeber der nächsten Cumbre de las Américas im November 2026.
Für Santo Domingo kann eine solche Zurückhaltung politisch nachvollziehbar sein. Das Land versucht, Gesprächskanäle in der Region offen zu halten und zugleich seine Positionen nicht in Erklärungen einzubinden, die außenpolitisch weitreichende Folgen haben könnten.
Der Fall zeigt, wie sensibel multilaterale Erklärungen in der regionalen Diplomatie sind. Schon die Teilnahme an einem internationalen Forum kann innen- und außenpolitische Reaktionen auslösen, wenn Themen wie Demokratie, Desinformation, Zensur oder autoritäre Regierungen verhandelt werden.
Für die Dominikanische Republik geht es dabei nicht nur um diplomatische Formulierungen, sondern auch um ihre Rolle als Vermittler, Gastgeber und regionaler Akteur.

