Der Transportgewerkschafter Mario Díaz fordert eine umfassende Reform des Motoconcho-Systems in der Dominikanischen Republik. Anlass ist ein Vorfall in Santiago, bei dem ein Fahrer eines Müllpresswagens nach einem Verkehrskonflikt von einer Gruppe Motoconchistas angegriffen wurde und starb.
Díaz, Generalsekretär der Federación Nacional de Trabajadores del Transporte Social Cristianos, verurteilte den Vorfall scharf. Er sprach von einem schweren Ereignis, das die Verantwortlichen im organisierten Motoconcho-Sektor direkt betreffe.
Aus seiner Sicht haben führende Akteure des Systems zugelassen, dass Verkehrsregeln zunehmend missachtet werden. Körperliche Unversehrtheit und öffentliche Sicherheit müssten jedoch Vorrang haben.
Der Fall zeige strukturelle Schwächen bei der Kontrolle des informellen Transports. Konflikte im Straßenverkehr dürften nicht in kollektive Gewalt umschlagen, die Menschenleben koste, erklärte Díaz.
Er forderte, den Vorfall in Santiago mit aller Härte des Gesetzes zu untersuchen. Gegen die Verantwortlichen müssten beispielhafte Sanktionen verhängt werden, im Rahmen der geltenden Rechtsordnung.
Nach Einschätzung des Gewerkschafters stellt der Motoconcho-Sektor den Staat vor mehrere Herausforderungen. Dazu gehörten die Einhaltung der Verkehrsregeln, die Nutzung öffentlicher Räume und die individuelle strafrechtliche Verantwortung.
Díaz rief die Behörden dazu auf, bestehende Gesetze konsequenter anzuwenden. Ziel müsse sein, Straflosigkeit zu vermeiden und einen klareren Rahmen von Ordnung und Legalität zu schaffen.
Konkret schlug Díaz einen umfassenden Reformprozess für das Motoconcho-System vor. Dazu zählen eine verpflichtende Formalisierung der Fahrer, eine strengere Regulierung der Haltepunkte, die vollständige Identifizierung der Fahrer und dauerhafte Kontrollmechanismen.
Außerdem forderte er eine Überprüfung der öffentlichen Politik im Zusammenhang mit dem starken und ungeordneten Wachstum des Motorradbestands. Maßnahmen müssten auf technischen, rechtlichen und sozialen Kriterien beruhen.
Ziel sei es, Verkehrsunfälle zu reduzieren und zu verhindern, dass Motorräder für illegale Aktivitäten genutzt werden.
Der Vorstoß berührt ein alltägliches Thema in vielen Städten und Gemeinden der Dominikanischen Republik. Motoconchos sind für viele Menschen ein wichtiger Teil der Mobilität, stehen aber zugleich immer wieder im Zusammenhang mit Fragen von Verkehrssicherheit, Regulierung und öffentlicher Ordnung.

