Die dominikanische Regierung will mit dem Programm RD Inteligente bis zu eine Million Menschen im Umgang mit künstlicher Intelligenz schulen. Das Angebot richtet sich nicht nur an Schüler und Studierende, sondern grundsätzlich an die gesamte Bevölkerung – unabhängig von Beruf oder Ausbildung.
Nach Angaben von Jimmy Rosario Bernard, Direktor des Instituto Tecnológico de Las Américas (ITLA), steht zunächst die grundlegende Vermittlung von Kenntnissen über künstliche Intelligenz im Mittelpunkt. Teilnehmen können unter anderem Lehrer, Unternehmer, Landwirte, Polizisten, Pflegekräfte, Staatsbedienstete und Arbeitsuchende.
Das Programm wird virtuell angeboten und kann damit aus allen Teilen der Dominikanischen Republik genutzt werden. Laut Bernard haben bereits mehr als 16.000 junge Menschen die erste Ausbildungsstufe abgeschlossen.
Einstieg mit zehn Stunden Grundlagen
Die erste Stufe umfasst einen zehnstündigen Online-Kurs, in dem grundlegende Kenntnisse über künstliche Intelligenz vermittelt werden. Die Teilnehmer müssen die zehn Stunden nicht am Stück absolvieren, sondern können das Lernprogramm ihrem eigenen Tempo anpassen.
Das Unterrichtsmaterial wird laut ITLA von Microsoft bereitgestellt und vom Institut validiert. Es umfasst Übungen, Erklärvideos und weitere Lerninhalte. Am Ende steht eine Prüfung. Wer diese besteht, erhält ein vom ITLA bestätigtes Teilnahmezertifikat.
Für die Anmeldung benötigen Erwachsene ihre dominikanische Cédula. Minderjährige können die Nummer verwenden, die in ihrer Geburtsurkunde eingetragen ist. Die Registrierung erfolgt über die Plattform RDInteligente.do.
Weitere Kurse nach Beruf und Interesse
Nach der Grundausbildung können Teilnehmer ihre Kenntnisse vertiefen. Dafür stehen nach Angaben des ITLA 28 verschiedene Ausbildungswege zur Verfügung.
Diese zweite Stufe umfasst jeweils rund 25 Stunden und orientiert sich an den beruflichen oder fachlichen Interessen der Teilnehmer. Ziel sei ausdrücklich nicht, alle Teilnehmer zu Programmierern oder KI-Spezialisten auszubilden. Vielmehr sollen sie lernen, künstliche Intelligenz bei ihrer bereits ausgeübten Tätigkeit sinnvoll einzusetzen.
Auch nach Abschluss dieser Ausbildungsstufe wird ein Zertifikat ausgestellt.
Darüber hinaus ist eine dritte, stärker spezialisierte Ausbildungsstufe vorgesehen. Sie soll Zertifizierungen internationaler Technologieunternehmen wie Microsoft, Amazon und Cisco sowie weiterer Anbieter umfassen. Teilnehmer könnten damit branchenweit anerkannte internationale Qualifikationen erwerben.
Die Regierung sieht das Programm als Teil ihrer Strategie, die Bevölkerung auf die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz in Arbeitswelt, Bildung und öffentlicher Verwaltung vorzubereiten. ITLA-Direktor Bernard betonte, technologische Veränderungen sollten möglichst breiten Bevölkerungsschichten neue Chancen eröffnen und bestehende Unterschiede beim Zugang zu moderner Technologie verringern.
Weitere Nachrichten zu staatlichen Bildungs- und Digitalisierungsprogrammen finden Sie im Ressort Staat und Politik.
