In San Juan haben zahlreiche Menschen gegen das Bergbauprojekt Romero in der Cordillera Central protestiert. Unter dem Motto „Wasser ja, Gold nein“ warnten sie vor möglichen Folgen für Flüsse, Landwirtschaft und die Wasserversorgung der Region.
Die Demonstration begann am Arco del Triunfo in San Juan de la Maguana. Von dort zog eine Marsch-Karawane durch die Stadt bis zur Staumauer der Presa de Sabaneta, einem der wichtigsten Wasserbauwerke der Provinz.
Das Projekt Romero wird von der kanadischen GoldQuest Mining Corp. über ihre dominikanische Tochtergesellschaft vorangetrieben. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um ein Vorkommen mit Gold, Kupfer und Silber. Die Reserven werden auf rund 1,1 Millionen Unzen geschätzt, mit einem möglichen Wert von etwa 5 Milliarden US-Dollar. GoldQuest bezeichnet Romero als eines seiner zentralen Projekte in der Dominikanischen Republik.
Die Demonstranten trugen Plakate mit Aufschriften wie „Wasser ist mehr wert als Gold“, „Nein zur Ausbeutung“ und „San Juan respektiert man“. Viele Teilnehmer kamen auch aus anderen Landesteilen, darunter aus Santo Domingo. Lokale Medien berichteten zudem von Solidaritätsaktionen der dominikanischen Diaspora in New York.
Auch der Bürgermeister von San Juan, Lenin de la Rosa, nahm an der Demonstration teil. Er sprach sich gegen Bergbauprojekte in der Provinz aus und warnte vor möglichen Risiken für Gesundheit und Leben der Bevölkerung.
Die Presa de Sabaneta spielt für San Juan eine zentrale Rolle. Sie versorgt nach Angaben lokaler Berichte mehr als 30.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen mit Bewässerungswasser und dient zusätzlich der Stromerzeugung. Für viele Bewohner steht deshalb nicht nur ein Umweltkonflikt, sondern auch die Zukunft der Landwirtschaft auf dem Spiel.
Im Umfeld der Staumauer wurde die Lage angespannt. Laut Medienberichten lösten Polizeikräfte die Menge mit Tränengas und Wasserwerfern auf. Auch Schüsse sollen zu hören gewesen sein. Die Zone war demnach von Polizei und Militär weiträumig gesichert.
GoldQuest argumentiert, das Projekt solle als Untertagebau umgesetzt werden und habe dadurch geringere Auswirkungen als ein Tagebau. Kritiker aus San Juan und anderen gesellschaftlichen Gruppen warnen dennoch vor ökologischen Risiken in einer Region, die stark von Wasser, Landwirtschaft und natürlichen Ressourcen abhängt.
Eine staatliche Genehmigung zur Ausbeutung liegt nach den vorliegenden Informationen bisher nicht vor. Entscheidend ist das Umweltverträglichkeitsgutachten, das klären soll, ob das Projekt aus ökologischer und sozialer Sicht tragfähig ist. Die Ergebnisse sollen nach Angaben des Unternehmens im August vorgelegt werden.
Energieminister Joel Santos erklärte, jede Entscheidung müsse auf wissenschaftlichen Untersuchungen beruhen. In der Bergbaupolitik könne nicht „nach Augenmaß“ entschieden werden. Zugleich betonte er, dass mögliche Vorteile des Bergbaus stärker in den betroffenen Gemeinden ankommen müssten.
Der Konflikt um Romero zeigt, wie sensibel Bergbauprojekte in wasserreichen und landwirtschaftlich geprägten Regionen der Dominikanischen Republik wahrgenommen werden. Für die Demonstranten steht die Botschaft fest: San Juan soll kein Bergbauzentrum werden, sondern seine Rolle als Agrarregion stärken.

