Eine Demonstration gegen ein mögliches Bergbauprojekt in San Juan de la Maguana ist am Sonntag mit Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Teilnehmern zu Ende gegangen. Nach Angaben der Policía Nacional wurden drei Polizisten und ein Hauptmann der Armee verletzt.
Die Kundgebung hatte zunächst friedlich begonnen. In der Schlussphase kam es jedoch im Bereich der Presa de Sabaneta zu Steinwürfen. Die Polizei erklärte, mehrere noch nicht identifizierte Personen hätten Sicherheitskräfte angegriffen, darunter auch Polizistinnen.
Nach Darstellung der Polizei wurden vor Ort keine Schusswaffen eingesetzt. Die Einsatzkräfte hätten Tränengas und Wasserwerfer verwendet, um weitere Angriffe zu verhindern und die Menge auseinanderzutreiben. Auch ein in der Nähe der Staumauer abgestelltes Fahrzeug wurde beschädigt.
Die Behörden prüfen nach eigenen Angaben, ob die Gewalttaten von Personen ausgelöst wurden, die sich unter die Demonstranten gemischt hatten. Die Demonstration war zuvor von zahlreichen Bürgern, Landwirten, Gemeindegruppen, religiösen Vertretern und Umweltaktivisten unterstützt worden.
Organisiert wurde die Mobilisierung vor allem vom Movimiento Suroeste Unido por el Agua y la Vida. Die Teilnehmer protestierten gegen eine mögliche Ausbeutung der Goldlagerstätte Romero durch das kanadische Unternehmen GoldQuest Mining Corp. Im Mittelpunkt der Kritik stehen mögliche Risiken für Flüsse, Grundwasser und die landwirtschaftliche Produktion im Tal von San Juan.
Der Konflikt um das Projekt ist politisch und gesellschaftlich sensibel. San Juan gilt als wichtige Agrarregion im Südwesten der Dominikanischen Republik. Viele Gegner befürchten, dass Bergbau langfristige Umweltschäden verursachen und die Wasserversorgung beeinträchtigen könnte.
Das Projekt befindet sich weiterhin in der Umweltprüfung. Die Regierung betont, dass eine Ausbeutung nur nach technischen Studien, rechtlichen Verfahren und unter Einhaltung der Umweltvorgaben genehmigt werden könne. Eine staatliche Genehmigung für den Abbau liegt bislang nicht vor.
Die Auseinandersetzung zeigt, wie stark das Thema Bergbau in San Juan polarisiert. Für die Demonstranten geht es nicht nur um ein einzelnes Projekt, sondern um die Frage, welche wirtschaftliche Zukunft die Provinz haben soll: Landwirtschaft und Wasserressourcen oder Rohstoffabbau.

