Illegale Siedlungen im Schutzgebiet

Neue illegale Bauten in den Dünen von Baní sorgen für Alarm

Lesedauer: 2 Min.

Umweltorganisationen, lokale Vertreter und Anwohner schlagen Alarm wegen zunehmender illegaler Besetzungen in den Dünen von Baní nahe Las Calderas (Provinz Peravia). Sie fordern ein entschlossenes Eingreifen der Umweltbehörden.

Das betroffene Gebiet liegt zwischen dem ursprünglichen Ort Las Calderas und der Zone Rancho Mar, rund 800 Meter von der Küste entfernt. Dort sind inzwischen Dutzende provisorische Häuser aus Holz, Zink und anderen Materialien entstanden.

Bei einer Begehung durch Reporter der Zeitung Listín Diario gemeinsam mit Anwohnern und Umweltaktivisten wurden mitten im Schutzgebiet Bauarbeiten festgestellt. Zu hören waren Motorsägen und Hämmer – Hinweise auf weitere neue Gebäude innerhalb des Naturareals.

Zunehmende Bebauung im Schutzgebiet

Augenzeugen berichten von mehreren neu errichteten Häusern sowie weiteren im Bau befindlichen Strukturen. Teilweise seien Gebäude erst vor wenigen Wochen fertiggestellt worden.

Inzwischen hat sich in den Dünen ein kleines Dorf mit rund 20 einfachen Wohnhäusern gebildet. Die Siedlung liegt zwischen typischer Vegetation wie Mangroven, Bayahonda-Sträuchern und anderen endemischen Pflanzenarten dieses sensiblen Ökosystems.

Bedrohung für Tierwelt

Besonders besorgniserregend ist laut Umweltgruppen der Rückgang der Population der Nashornleguane, einer einheimischen und geschützten Art.

Lokale Viehzüchter und Imker berichten, dass Tiere gezielt gejagt und verzehrt werden. Bei einer mehrstündigen Begehung wurden keine Leguane gesichtet – ein deutlicher Unterschied zu früheren Beobachtungen.

Die Dünen gehören zur Reserva Científica Félix Servio Doucoudray und stehen unter dem Schutz des Gesetzes für Schutzgebiete (Ley 202-04).

Illegale Einzäunungen und Landnutzung

Neben den Wohnbauten wurden auch eingezäunte Grundstücke festgestellt – sowohl innerhalb der Dünen als auch in angrenzenden Pufferzonen wie La Laguneta. Teilweise wurden diese bereits von Behörden entfernt, dennoch bestehen weiterhin zahlreiche illegale Strukturen.

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Kontakt

Zusätzlich verschärft die landwirtschaftliche Nutzung (Conuquismo) die Situation und trägt zur weiteren Degradation des Gebiets bei.

Einzigartiges Ökosystem in Gefahr

Auch neu errichtete Grundstücksbegrenzungen aus Beton und Metall entlang der Route nach Rancho Mar zeigen, dass der Druck auf das Gebiet weiter zunimmt.

Umweltschützer warnen, dass diese Entwicklung eine ernsthafte Bedrohung für eines der einzigartigsten Ökosysteme der Dominikanischen Republik und der gesamten Karibik darstellt.

Die Forderung an die Behörden ist klar: stärkere Kontrollen und konsequentes Vorgehen gegen illegale Besetzungen, um die langfristige Zerstörung dieses Naturraums zu verhindern.

Mehr Hintergrundwissen zu Natur, Umwelt und Schutzgebieten finden Sie im DomRep Guide.

Bedeutung der geschützten Naturgebiete

Die Dünen von Baní gehören zu den wichtigsten Naturschutzgebieten der Dominikanischen Republik. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche endemische Arten und sind zugleich ein empfindliches Ökosystem, das auf äußere Eingriffe besonders sensibel reagiert.

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