Cotuí verliert Lebensgrundlage

Hatillo-Stausee: Verschmutzung trifft Fischer und Händler hart

Lesedauer: 2 Min.

Die Verschmutzung des Hatillo-Stausees verschärft die wirtschaftliche Krise von Fischern, Händlern und kleinen Betrieben in der Umgebung. Nach Angaben von Bewohnern ist die Fischerei stark zurückgegangen, während eine dauerhafte Lösung weiterhin ausbleibt.

Für viele Familien war der Stausee lange eine wichtige Einnahmequelle. Heute berichten Händler, dass sie kaum noch Fisch aus der Presa de Hatillo verkaufen können. Stattdessen müssen sie Ware aus anderen Provinzen zukaufen, um ihre Geschäfte überhaupt offen zu halten.

Fisch werde unter anderem aus Santiago, San José de Ocoa, San Juan und Las Matas de Santa Cruz angeliefert. Der Einkaufspreis liege bei rund 120 Pesos pro Pfund, verkauft werde der Fisch für etwa 160 Pesos. Nach Transportkosten von 5.000 bis 6.000 Pesos pro Fahrt bleibe nur ein geringer Gewinn.

Viele Händler sagen, sie machten weiter, um ihre Betriebe nicht aufgeben zu müssen.

Weniger Nachfrage, weniger Vertrauen

Hinzu kommt, dass der zugekaufte Fisch nach Einschätzung der Verkäufer nicht die gleiche Qualität hat wie der Fisch, der früher aus dem Stausee kam. Der Händler Luis Manuel Valerio erklärte, Fisch aus Zuchtanlagen schmecke anders, weil er mit Futter aufgezogen werde.

Die Verkäufe sind deutlich eingebrochen. Während in früheren Jahren zur Karwoche zwischen 1.500 und 2.000 Pfund Fisch verkauft wurden, seien es heute nur noch etwa 500 Pfund.

Auch die Sorge der Verbraucher vor Produkten aus einem verschmutzten Gewässer belastet den Handel. Viele Kunden sind verunsichert und kaufen weniger oder gar nicht mehr in der Region.

Folgen für Fischerei, Handel und lokalen Tourismus

Die Krise betrifft nicht nur die Händler. Auch Fischer und informelle Arbeiter, die früher direkt oder indirekt von der Aktivität am Stausee lebten, haben wichtige Einnahmen verloren.

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Nach Angaben von Bewohnern konnten junge Menschen in guten Zeiten 25.000 bis 30.000 Pesos verdienen. Heute hätten viele diese Arbeit aufgegeben und müssten nach anderen Einkommensquellen suchen.

Auch der lokale Ausflugstourismus ist zurückgegangen. Früher kamen Besucher an den Hatillo-Stausee, kauften Fisch, aßen in der Umgebung und sorgten für Bewegung in den kleinen Geschäften. Heute sprechen Händler von leeren Straßen und ausbleibenden Gästen.

Besonders sichtbar wird der Unterschied zu Zeiten wie der Semana Santa. Was früher eine der umsatzstärksten Phasen des Jahres war, wird heute von vielen als trauriger Ausdruck der Krise beschrieben.

Die Situation zeigt, wie stark eine Umweltbelastung ganze lokale Wirtschaftsketten treffen kann. Verschmutzung wirkt hier nicht nur ökologisch, sondern direkt sozial und wirtschaftlich: weniger Fischfang, weniger Verkauf, weniger Besucher und weniger Einkommen für eine ganze Gemeinde.