Trotz der erheblichen Investitionen, die verschiedene Regierungen, der Privatsektor und internationale Organisationen im Laufe der Jahre in die Wiederherstellung des Flusses Yaque del Norte gesteckt haben, bleibt dieser wichtige Zufluss weiterhin stark von Verschmutzung und Vernachlässigung betroffen.
Beim Durchqueren der Stadt Santiago sieht sich der Fluss mit schweren ökologischen Problemen konfrontiert, die seine Artenvielfalt bedrohen und die Gemeinden gefährden, die von ihm abhängig sind.
Der Exekutivdirektor der Asociación para el Desarrollo, Inc. (Apedi), Saúl Abreu, erklärte, dass derzeit keine groß angelegte, direkte Intervention am Fluss stattfinde, auch wenn verschiedene öffentliche und private Institutionen Programme zur Bekämpfung der Ursachen der Verschmutzung durchführen.
Er wies darauf hin, dass sich die Verschlechterung des Yaque nicht nur auf Santiago beschränkt, sondern sich von seiner Quelle im Nationalpark Armando Bermúdez bis zu seiner Mündung in Montecristi erstreckt.
Abreu betonte, dass viele der angekündigten Sanierungsprojekte lediglich auf dem Papier stehen oder sich in frühen Phasen befinden, ohne mit der notwendigen Tragweite umgesetzt zu werden.
Er ergänzte, dass die Fortschritte aufgrund begrenzter finanzieller Mittel nur langsam vorankommen, auch wenn es bedeutende Initiativen wie den Plan Sierra, den Plan Yaque, den Wasserfonds (Fondo Agua) und Maßnahmen des Umweltministeriums gibt.
Besonders hob er die Arbeit des Fondo Agua Yaque del Norte hervor, der von Apedi und dem Privatsektor gegründet wurde. Diese Organisation hat den Bau kleiner Kläranlagen, die Wiederaufforstung von Hunderten Hektar Land und Umweltbildungsprojekte gefördert.
Abreu erwähnte außerdem ein kommunales Programm in Santiago zur Abfallwirtschaft mit Beteiligung der örtlichen Bevölkerung.
Trotz dieser Bemühungen, so Abreu weiter, bliebe der Einfluss der Maßnahmen begrenzt. Die Wiederherstellung des Yaque del Norte erfordere einen langfristigen, integrierten Plan mit klarer Koordination und Kontinuität.
Der ehemalige Direktor der Wasser- und Abwasserbehörde von Santiago (Coraasan), Silvio Durán, bezeichnete die bisherigen Investitionen zur Reinigung des Flusses als unzureichend angesichts der Größe des Problems.
Er erklärte, dass während seiner Amtszeit zwar Aufforstungsabkommen mit dem Plan Sierra gefördert worden seien, deren Ergebnisse jedoch nur langsam sichtbar würden, da es sich um Prozesse handle, die Jahre in Anspruch nehmen.
Durán schätzte, dass eine umfassende Sanierung des Yaque del Norte Investitionen von mehr als 30 Milliarden Pesos erfordern würde – eine Summe, die bisher nicht bereitgestellt wurde.
Er fügte hinzu, dass die vom Staat geförderten Projekte für Abwasserkanäle und sanitäre Infrastruktur nicht ausreichten, um die Verschmutzung einzudämmen, die durch das städtische Wachstum und den Mangel an Kläranlagen in Gemeinden wie Villa Clara und Jacagua verursacht werde.
Der ehemalige Beamte würdigte zwar die städtischen Infrastrukturmaßnahmen der Regierung, forderte aber, die ökologische Wiederherstellung des Yaque del Norte zur Priorität zu machen. Der Fluss sei lebenswichtig für die Wasserversorgung und Landwirtschaft der gesamten Nordregion.
Investitionen
Mehrere Institutionen haben in den vergangenen Jahren bedeutende Beiträge zur Wiederherstellung des Flusses Yaque del Norte geleistet.
Das Umweltministerium, die staatliche Elektrizitätsgesellschaft EGEHID und Coraasan stellten mehr als 17 Millionen Pesos als Anreize für 86 Waldbesitzer und Betreiber agroforstlicher Systeme im Oberlauf des Flusses bereit – im Rahmen eines Naturschutzprogramms.
Im April dieses Jahres starteten die Stadtverwaltung von Santiago und der CODESSD gemeinsam mit weiteren Institutionen das Projekt „Red de Mujeres Verdes Yaque del Norte“ (Netzwerk Grüner Frauen Yaque del Norte) mit einer Investition von über 14 Millionen Pesos. Ziel ist die Förderung der Flussreinigung durch Müllsammlung, Recycling und Umweltbildung, getragen von mehr als 150 Frauen.
Bereits 2019 hatte der Fondo Agua Yaque del Norte 2,9 Millionen Pesos für acht Projekte zur Förderung von Naturschutz und Umweltbildung bereitgestellt – mit Unterstützung der Fundación Popular, Fundación Propagas, The Nature Conservancy und des Umweltministeriums.
