Nationaler Tag der Clubs

9. Oktober: Warum die Dominikanische Republik den Nationalen Tag der Clubs begeht

Wer bei dominikanischen „Clubes“ zuerst an Diskotheken denkt, liegt an diesem Tag falsch. Gemeint sind Sport-, Jugend- und Nachbarschaftsvereine, die in vielen Stadtvierteln des Landes seit Jahrzehnten eine wichtige gesellschaftliche Rolle spielen.

Der 9. Oktober wird in der Dominikanischen Republik als Día Nacional de los Clubes, Nationaler Tag der Clubs, begangen. Hinter diesem Datum steht allerdings ein tragisches Kapitel der jüngeren Geschichte.

Am 9. Oktober 1970 wurden fünf Mitglieder des Clubs Héctor J. Díaz getötet. Das Ereignis fiel in die politisch angespannte Zeit der sogenannten „Zwölf Jahre“ der Regierung Joaquín Balaguers. Zur Erinnerung an die fünf jungen Männer erklärte Präsident Salvador Jorge Blanco im Jahr 1984 den 9. Oktober offiziell zum Nationalen Tag der Clubs.

Die Vereine waren und sind weit mehr als Orte für Basketball, Baseball oder Volleyball. Gerade in dicht besiedelten Vierteln organisieren sie Jugendarbeit, Sportangebote und gemeinschaftliche Aktivitäten. Manche wurden auch zu Orten gesellschaftlicher und politischer Diskussion.

Der Gedenktag erinnert deshalb einerseits an fünf Opfer politischer Gewalt, andererseits an die bis heute wichtige Arbeit der zahlreichen Vereine im Land.