Verbände warnen vor ungleichem Wettbewerb

Händlerverbände fordern mehr Kontrollen bei chinesischen Geschäften

Lesedauer: 2 Min.

Dominikanische Handelsverbände äußern sich besorgt über die wachsende Zahl von Geschäften, die von chinesischen Staatsbürgern betrieben werden. Sie fordern von den Behörden strengere Kontrollen bei Steuerpflichten, Rechnungsstellung, Beschäftigung und Warenimporten.

Iván García, Präsident der Federación Dominicana de Comerciantes (FDC), verwies dabei insbesondere auf traditionelle Einkaufsstraßen in Santo Domingo. Nach seinen Angaben seien auf den Avenidas Duarte und Mella zahlreiche ehemals von dominikanischen Händlern betriebene Geschäfte inzwischen von chinesischen Geschäftsleuten übernommen oder angemietet worden.

García erklärte, von ursprünglich 91 Geschäften dominikanischer Händler seien dort nur noch sieben verblieben. Auch die Avenida José Martí werde inzwischen stark von chinesisch geführten Geschäften geprägt. Die genannten Zahlen stammen aus seinen Angaben; eine unabhängige Statistik wird im Ausgangstext nicht genannt.

Entwicklung auch außerhalb Santo Domingos

Nach Darstellung Garcías ist eine ähnliche Entwicklung auch in Santiago, San Francisco de Macorís und Moca zu beobachten.

Für Santiago erklärte er, rund 95 Prozent der Ersatzteilgeschäfte in den Straßen Del Sol und 30 de Marzo würden inzwischen von chinesischen Staatsbürgern betrieben. Auch diese Angabe wird im Ausgangstext nicht durch offizielle Daten belegt.

García verwies außerdem darauf, dass viele dominikanische Eigentümer ihre Geschäftslokale weiterhin besitzen, diese jedoch an chinesische Unternehmer vermieten. Dadurch verändere sich nach seiner Einschätzung die Struktur traditioneller Einkaufszonen zunehmend.

Der FDC-Präsident fordert deshalb eine stärkere Überprüfung von Barverkäufen, Rechnungsstellung und Steuerbelegen. Auch die Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer und die Einhaltung der geltenden arbeitsrechtlichen Bestimmungen sollten nach seiner Auffassung genauer kontrolliert werden.

Forderung nach gleichen Wettbewerbsbedingungen

Ähnlich äußerte sich Angel Viro, Präsident der Asociación Nacional de Empresas e Industrias de Herrera (ANEIH). Er betonte, dass sich der Unternehmenssektor nicht grundsätzlich gegen neue Marktteilnehmer oder Wettbewerb stelle.

Entscheidend sei jedoch, dass alle Unternehmen unter denselben gesetzlichen und wirtschaftlichen Bedingungen arbeiteten.

Viro forderte unter anderem Kontrollen bei Steuerzahlungen, Warendeklarationen, Rechnungsstellung, der formellen Anmeldung von Beschäftigten und den Beiträgen zur Sozialversicherung.

Zudem äußerte er Bedenken hinsichtlich der Qualität einiger importierter Waren. Nach seiner Auffassung sollten dominikanische Produkte durch Qualität und verbindliche Standards konkurrenzfähig bleiben.

Konkrete Stellungnahmen der zuständigen Behörden oder der betroffenen chinesischen Geschäftsleute enthält der vorliegende Ausgangstext nicht.

Weitere Entwicklungen zu Handel, Unternehmen und Wettbewerb finden Sie im Ressort Wirtschaft und Finanzen.