Präsident Luis Abinader hat die Anlage Esperanza Renovable der Empresa Generadora de Electricidad Haina (EGE Haina) eröffnet. Es ist das erste große Projekt in der Dominikanischen Republik, das Wind- und Solarenergie gemeinsam in das nationale Verbundnetz SENI einspeist.
Die Anlage besteht aus drei Parks: Esperanza Solar 2 mit 60 Megawatt, Esperanza Eólico mit 49,5 Megawatt sowie Esperanza Solar 1 mit 90 Megawatt, das bereits seit 2023 in Betrieb ist.
Zusammen erreichen die drei Einheiten eine installierte Leistung von 200 Megawatt. Die erwartete Jahresproduktion liegt bei rund 485.000 Megawattstunden. Die Investition beläuft sich auf 246,5 Millionen US-Dollar.
Die beiden Solarparks arbeiten mit 259.370 bifazialen Photovoltaikmodulen auf einer Fläche von 246 Hektar. Der Windpark verfügt über elf Vestas-V163-Windräder mit jeweils 4,5 Megawatt Leistung.
Mit einer Gesamthöhe von 225 Metern gelten diese Anlagen als die höchsten bisher im Land installierten Strukturen.
Energieminister Joel Santos erklärte bei der Eröffnung, Esperanza Renovable stehe für das Energiemodell, das die Regierung von Präsident Abinader vorantreiben wolle. Es sei das erste große Hybridprojekt, das Wind- und Solarenergie in einer gemeinsamen Infrastruktur verbinde.
Nach Angaben des Ministers stammen bereits mehr als 25 Prozent der in das SENI eingespeisten Energie aus erneuerbaren Quellen.
Seit August 2020 sei die installierte Leistung nicht traditioneller erneuerbarer Energien von 555 Megawatt auf mehr als 2.000 Megawatt gestiegen. Diese verteilen sich laut Santos auf 38 Projekte.
Bis 2028 sollen mehr als 1.000 weitere Megawatt aus 25 bis 30 neuen erneuerbaren Projekten hinzukommen.
Santos erklärte zudem, die Regierung arbeite daran, ausreichend thermische und erneuerbare Kapazitäten zu schaffen, um die Energiesicherheit auch über 2028 hinaus zu gewährleisten.
Bei den Kosten sieht der Minister einen klaren Vorteil der erneuerbaren Energien. Sie seien inzwischen die günstigsten Quellen für das Stromsystem. Das solle den durchschnittlichen Einkaufspreis von Energie senken und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes stärken.
Ein wichtiger Bestandteil der künftigen Entwicklung ist die Speicherung von Energie. Das Projekt wurde in die erste Ausschreibung für erneuerbare Energie mit Speicherlösung in der Dominikanischen Republik einbezogen.
Bis 2028 sollen nach Regierungsplanung mindestens 800 Megawatt Speicherkapazität in das Stromsystem integriert werden. Damit soll Energie in Zeiten hoher Nachfrage genutzt werden können, vor allem zwischen 19 und 23 Uhr.
José Rodríguez Silvestre, Geschäftsführer von EGE Haina, sagte, Esperanza Renovable markiere eine echte und strategische Diversifizierung der nationalen Strommatrix.
EGE Haina plant mittelfristig ein Batteriespeichersystem mit 200 Megawattstunden Kapazität. Die industrielle Batterie soll Energie speichern, wenn sie in großen Mengen erzeugt wird, und sie dann abgeben, wenn das System sie am stärksten benötigt.
Mit der Speicherlösung soll die Anlage künftig als Zusammenspiel von drei Technologien arbeiten: Solarenergie am Tag, Windenergie in der Nacht und Batteriespeicher als Ergänzung.
Durch die neuen Parks erhöht EGE Haina ihre installierte erneuerbare Kapazität auf 576 Megawatt. Damit übertrifft das Unternehmen vorzeitig das Ziel seiner nachhaltigkeitsbezogenen Unternehmensanleihe.
In seiner Unternehmensgeschichte hat EGE Haina mehr als 1,7 Milliarden US-Dollar investiert. Rund 800 Millionen US-Dollar davon flossen in erneuerbare Kraftwerke.
Heute entfallen 41,75 Prozent der gesamten installierten Kapazität von 1.380 Megawatt auf erneuerbare Energien.
Der Bau von Esperanza Renovable schuf nach Unternehmensangaben 1.400 direkte Arbeitsplätze in der Region. Zudem sollen jährlich 275.575 Tonnen CO₂-Emissionen vermieden werden.
Santos verwies zum Abschluss auf die von Präsident Abinader formulierte Meta 2036, mit der die dominikanische Wirtschaft langfristig deutlich wachsen soll. Aus Sicht der Regierung sollen neue Stromerzeugung, Investitionen in Übertragung und Verteilung sowie eine diversifizierte Energiematrix dazu beitragen.
Die Eröffnung von Esperanza Renovable ist damit nicht nur ein Energieprojekt, sondern auch ein Signal für Investitionen, Netzstabilität und die langfristige Umstellung der Stromversorgung in der Dominikanischen Republik.
