Die Dominikanische Republik hat im ersten Halbjahr 2026 ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 3,2765 Milliarden US-Dollar erhalten. Nach Angaben der dominikanischen Zentralbank BCRD entspricht dies einem Anstieg um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Die Entwicklung erfolgt nach Einschätzung der Zentralbank trotz eines international schwierigeren Umfelds mit Handelskonflikten, neuen Zöllen und weltweit rückläufigen Kapitalströmen.
Als Gründe für die vergleichsweise positive Entwicklung nennt die BCRD unter anderem die makroökonomische Stabilität des Landes, hohe Deviseneinnahmen und eine breitere Verteilung ausländischer Investitionen auf verschiedene Wirtschaftsbereiche.
Energie gewinnt deutlich an Bedeutung
Besonders stark ist inzwischen der Energiesektor vertreten. Im ersten Halbjahr 2026 entfielen 27,8 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen auf diesen Bereich. Zwischen 2010 und 2019 hatte der durchschnittliche Anteil laut Zentralbank noch bei rund acht Prozent gelegen.
Der Tourismus blieb ebenfalls ein wichtiger Empfänger internationalen Kapitals und erreichte einen Anteil von 20,1 Prozent.
Auch langfristig hat die Bedeutung ausländischer Direktinvestitionen für die dominikanische Wirtschaft zugenommen. Während sie 2015 noch 3,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts entsprachen, waren es 2025 nach den vorgelegten Zahlen 3,86 Prozent. Weltweit entwickelte sich die Quote im gleichen Zeitraum in die entgegengesetzte Richtung.
Deviseneinnahmen stützen den Peso
Neben den Direktinvestitionen sorgten auch Exporte, Tourismus und Überweisungen aus dem Ausland für hohe Deviseneinnahmen.
In den ersten sechs Monaten wurden durch Exporte 8,746 Milliarden US-Dollar, durch den Tourismus 6,716 Milliarden und durch Rücküberweisungen 6,219 Milliarden US-Dollar eingenommen. Zusammen mit den Direktinvestitionen lagen diese Zuflüsse rund 2,8 Milliarden US-Dollar über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Nach Angaben der Zentralbank trug diese Entwicklung dazu bei, dass der dominikanische Peso bis Ende August um 7,6 Prozent aufwertete. Die BCRD kaufte gleichzeitig 415 Millionen US-Dollar am Devisenmarkt, um die internationalen Reserven zu stärken.
Auch J.P. Morgan hob den dominikanischen Peso dem Bericht zufolge als eine der im bisherigen Jahresverlauf besser abschneidenden Währungen hervor.
Risiken bleiben dennoch bestehen. Dazu zählen insbesondere neue US-Zölle und das schwächere internationale Investitionsumfeld. Die Exporte aus den Freihandelszonen stiegen dennoch um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Zentralbank sieht für die weitere Entwicklung unter anderem stärkere Institutionen, höhere Produktivität, bessere Ausbildung, mehr Innovation und engere Verbindungen zwischen heimischen und ausländischen Unternehmen als entscheidend an.
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