Der US-Dollar gewinnt bei Sparern in der Dominikanischen Republik weiter an Bedeutung. Nach Angaben der Superintendencia de Bancos sind inzwischen fast 30 Prozent der Spareinlagen und sonstigen Einlagen im Finanzsystem in Fremdwährungen angelegt. Auch bei Krediten spielt der Dollar eine wichtige Rolle: 21,9 Prozent des Kreditportfolios der Banken lauten demnach auf US-Dollar.
Als einen wichtigen Grund für diese Entwicklung nennt der Ökonom und Finanzberater Jesús Martínez den Wunsch vieler Sparer, Vermögen vor der langfristigen Abwertung des Peso und vor Kaufkraftverlusten durch Inflation zu schützen.
Dollarersparnisse seien jedoch nicht für jeden Haushalt gleichermaßen sinnvoll oder überhaupt finanzierbar. Häufig werde gezielt in Dollar gespart, wenn später ebenfalls Ausgaben in dieser Währung geplant seien – beispielsweise für den Kauf einer Immobilie oder eines anderen Vermögenswertes.
Wer bereits weiß, dass eine größere Anschaffung in Dollar bezahlt werden soll, kann damit zugleich das Risiko vermeiden, zu einem späteren Zeitpunkt zu einem ungünstigeren Wechselkurs umtauschen zu müssen.
Dollar-Konten bei vielen Banken verfügbar
Sparkonten in US-Dollar können inzwischen bei den meisten dominikanischen Banken eröffnet werden. Je nach Institut gelten dabei unterschiedliche Anforderungen an Mindesteinlagen und Mindestguthaben. Bei zu niedrigem Kontostand können zusätzliche Gebühren anfallen.
Martínez empfiehlt deshalb, vor der Eröffnung die Bedingungen genau zu prüfen. Dazu gehören neben möglichen Kontoführungs- und Abhebungsgebühren auch die Kosten für den Währungswechsel.
Wer regelmäßig einen Teil seines Einkommens in Dollar zurücklegen möchte, sollte nach seiner Einschätzung einen festen Betrag einplanen und – sofern die Bank dies anbietet – automatische Überweisungen oder Sparbeträge einrichten.
Beim Umtausch größerer Peso-Beträge können Wechselstuben nach Angaben des Finanzberaters teilweise günstigere Kurse anbieten als Banken. Allerdings sollten dabei sämtliche Gebühren und Wechselkosten berücksichtigt werden.
Die steigende Bedeutung von Dollar-Einlagen zeigt, dass viele Dominikaner ihre Ersparnisse inzwischen stärker auf verschiedene Währungen verteilen. Von einer vollständigen Dollarisierung der Wirtschaft ist dies jedoch zu unterscheiden: Der dominikanische Peso bleibt weiterhin die nationale Währung, während der Dollar vor allem als Spar-, Anlage- und Transaktionswährung zusätzliche Bedeutung gewinnt.
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