Der dominikanische Peso hat seit Ende 2025 gegenüber dem US-Dollar deutlich an Wert gewonnen. Nach Angaben der Zentralbank beträgt die Aufwertung bislang rund 8,1 Prozent. Die Währungshüter führen die Entwicklung vor allem auf hohe Deviseneinnahmen aus Exporten, Tourismus, Rücküberweisungen und ausländischen Investitionen zurück.
Die Banco Central de la República Dominicana (BCRD) nahm in ihrem Forum „Página Abierta“ Stellung zur aktuellen Wechselkursentwicklung. Hintergrund sind unterschiedliche Einschätzungen zur jüngsten Aufwertung der dominikanischen Währung.
Nach Darstellung der Zentralbank entspricht die derzeitige Entwicklung grundsätzlich den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes. Seit 2012 verfolgt die Dominikanische Republik ein System mit einem festgelegten Inflationsziel. Dadurch hätten sich die Erwartungen von Unternehmen und Verbrauchern zunehmend an der Inflationsentwicklung und weniger am Wechselkurs orientiert.
Mehr Devisen aus Tourismus, Exporten und Überweisungen
Als wesentlichen Grund für den stärkeren Peso nennt die BCRD die Entwicklung der wichtigsten Devisenquellen.
Im ersten Halbjahr beliefen sich die Exporte demnach auf 8,746 Milliarden US-Dollar. Der Tourismus brachte 6,716 Milliarden US-Dollar ein, die Rücküberweisungen von im Ausland lebenden Dominikanern erreichten 6,291 Milliarden US-Dollar und die ausländischen Direktinvestitionen 3,277 Milliarden US-Dollar.
Zusammengenommen seien damit rund 2,8 Milliarden US-Dollar mehr Devisen in das Land geflossen als im gleichen Zeitraum 2025.
Nach Einschätzung der Zentralbank konnte dieses zusätzliche Angebot auch die höhere Nachfrage nach Fremdwährungen infolge gestiegener Ausgaben für Erdölimporte ausgleichen. Seit Ende 2025 habe sich der Peso gegenüber dem US-Dollar dadurch um 8,1 Prozent aufgewertet. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum liege die Aufwertung bei 5,4 Prozent.
Die BCRD verweist darauf, dass eine ähnliche Entwicklung auch in mehreren anderen lateinamerikanischen Ländern mit Inflationszielsystemen zu beobachten sei.
Zentralbank weist Einfluss durch Dollarverkäufe zurück
Die Zentralbank erinnert zudem daran, dass der Internationale Währungsfonds den dominikanischen Wechselkursmechanismus 2025 von einem administrierten System auf ein System mit schwankendem Wechselkurs neu eingestuft habe. Der Wert des Peso werde damit im Wesentlichen durch Angebot und Nachfrage auf dem Devisenmarkt bestimmt.
Direkte Eingriffe der Zentralbank sollen nach ihrer Darstellung vor allem starke Schwankungen begrenzen, wenn diese Risiken für die Inflation oder die Stabilität des Finanzsystems darstellen.
Die BCRD weist zugleich Einschätzungen zurück, wonach ihre Interventionen zur derzeitigen Aufwertung des Peso beigetragen hätten. Im laufenden Jahr habe die Zentralbank Devisen im Wert von 415 Millionen US-Dollar gekauft und keine US-Dollar am Spotmarkt verkauft.
Aus Sicht der Institution spricht dies dagegen, dass die aktuelle Stärke des Peso durch Dollarverkäufe der Zentralbank ausgelöst wurde.
Inflation soll im Zielbereich bleiben
Entscheidend sei nach Einschätzung der BCRD nicht ein bestimmtes Wechselkursniveau, sondern dass die Schwankungen der Währung mit den wirtschaftlichen Fundamentaldaten übereinstimmen.
Ein flexibler Wechselkurs könne Ländern mit einem Inflationsziel zudem helfen, externe wirtschaftliche Schocks besser aufzufangen.
Trotz internationaler Unsicherheiten und höherer Rohstoffpreise sieht die Zentralbank die Dominikanische Republik derzeit in einer vergleichsweise stabilen makroökonomischen Position. Sie erwartet, dass die Inflation zum Jahresende innerhalb des Zielkorridors von 4 Prozent plus oder minus einem Prozentpunkt bleiben wird.
Gleichzeitig rechnet die BCRD mit weiterhin hohen Deviseneinnahmen. Das Leistungsbilanzdefizit wird nach ihren Projektionen bei etwa 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts liegen und durch die erwarteten ausländischen Direktinvestitionen deutlich gedeckt werden.
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