Der anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und China kann auch für die Dominikanische Republik wirtschaftliche Folgen haben. Nach Einschätzung des Ökonomen Juan Del Rosario wirken sich die Spannungen vor allem über höhere Importpreise, steigende Produktionskosten, eine schwächere Wettbewerbsfähigkeit dominikanischer Exporte und möglicherweise auch über die Rücküberweisungen aus.
Die Dominikanische Republik ist dabei in besonderer Weise von beiden Volkswirtschaften abhängig. Die USA sind der wichtigste Handelspartner des Landes, während China zu den bedeutenden Lieferanten des dominikanischen Marktes gehört.
Sollten die Vereinigten Staaten hohe Zölle auf chinesische Waren und Rohstoffe beibehalten, könnten sich diese Belastungen nach Ansicht Del Rosarios über internationale Lieferketten auch auf dominikanische Importe übertragen.
Risiko einer importierten Inflation
Der Ökonom verweist insbesondere auf die Gefahr einer sogenannten importierten Inflation. Werden Waren, Rohstoffe oder Vorprodukte in den USA durch höhere Zölle teurer, können auch Produkte steigen, die die Dominikanische Republik von dort bezieht.
Als Beispiel nennt Del Rosario die Automobilindustrie. Steigende Preise für wichtige Rohstoffe wie Stahl könnten die Herstellungskosten erhöhen und sich letztlich auf die Preise importierter Fahrzeuge und anderer Produkte auswirken.
Wie stark solche Effekte tatsächlich auf den dominikanischen Markt durchschlagen, hängt allerdings von den jeweiligen Lieferketten, Herkunftsländern und Handelswegen ab.
Zusatzzoll belastet dominikanische Exporte
Hinzu kommt nach Darstellung des Berichts ein zusätzlicher US-Zoll von 12,5 Prozent auf bestimmte dominikanische Exporte.
Dieser erschwere die Wettbewerbsbedingungen gegenüber Ländern der Region, für die ein zusätzlicher Zoll von zehn Prozent gilt. Dominikanische Waren könnten dadurch auf dem US-Markt relativ teurer werden.
Der Zoll wurde dem Bericht zufolge damit begründet, dass die Dominikanische Republik nach Einschätzung der US-Regierung keine ausreichend wirksamen Mechanismen gegen die Einfuhr von Waren aus Ländern mit mutmaßlich problematischen Arbeitsbedingungen anwende. Dabei wird nicht behauptet, dass dominikanische Exportprodukte selbst unter Einsatz von Zwangsarbeit hergestellt würden.
Auch Rücküberweisungen könnten unter Druck geraten
Del Rosario sieht darüber hinaus einen möglichen indirekten Effekt auf die Remesas, die Rücküberweisungen dominikanischer Arbeitnehmer aus den USA.
Steigen dort infolge höherer Zölle die Lebenshaltungskosten, müssten Haushalte einen größeren Teil ihres Einkommens für alltägliche Ausgaben verwenden. Dadurch könnte weniger Geld für Überweisungen an Familien in der Dominikanischen Republik zur Verfügung stehen.
Ob sich dieser Effekt tatsächlich und in welchem Umfang in den Rücküberweisungen niederschlägt, geht aus dem Ausgangstext jedoch nicht hervor.
Für die Dominikanische Republik entsteht damit eine besondere Abhängigkeit von der Entwicklung des Handelskonflikts: Höhere Preise können über Importe ins Land gelangen, während gleichzeitig Exporte in den wichtigsten Absatzmarkt USA mit zusätzlichen Belastungen konfrontiert sind.
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