Ein Meinungsbeitrag aus der dominikanischen Diaspora fordert einen grundlegenden Kurswechsel im Umgang des Staates mit den im Ausland lebenden Dominikanern. Der Autor kritisiert, dass deren wirtschaftliche Bedeutung zwar regelmäßig hervorgehoben werde, staatliche Unterstützung und politische Vertretung jedoch hinter diesem Gewicht zurückblieben.
Nach den im Beitrag genannten Zahlen leben rund drei Millionen Dominikaner im Ausland, davon mehr als 2,4 Millionen in den Vereinigten Staaten. Allein 2024 hätten sie mehr als 10,7 Milliarden US-Dollar an Rücküberweisungen in die Dominikanische Republik geschickt.
Der Autor sieht darin weit mehr als einen wirtschaftlichen Beitrag. Remesas finanzierten in vielen Familien Ausbildung, Medikamente, Hausbau und alltägliche Ausgaben. Gleichzeitig würden die Bedürfnisse der Auslandsdominikaner bei der Gestaltung staatlicher Politik zu wenig berücksichtigt.
Kritik an INDEX und Auslandsvertretung
Besonders kritisch bewertet der Beitrag die Arbeit des Instituto de Dominicanos y Dominicanas en el Exterior (INDEX). Nach Ansicht des Autors konzentriere sich die Einrichtung zu stark auf Veranstaltungen und öffentliche Auftritte, während konkrete Hilfsangebote beispielsweise bei rechtlichen Problemen, Migration, Bildung oder im Alter fehlten.
Gefordert wird deshalb eine stärkere Ausrichtung des INDEX auf messbare Dienstleistungen für Dominikaner im Ausland.
Kritik übt der Autor außerdem an den sieben Abgeordneten für die Auslandswahlkreise. Er stellt die Frage, welche grundlegenden gesetzlichen Verbesserungen diese bislang für die Diaspora erreicht hätten.
Als mögliche Maßnahmen nennt der Beitrag unter anderem erleichterte Bedingungen für Rückkehrer, einen besseren Zugang zu Wahlen sowie stärkere konsularische Unterstützung für Dominikaner, die im Ausland mit rechtlichen Problemen konfrontiert sind.
Forderung nach langfristiger Sozialpolitik
Besondere Aufmerksamkeit müsse nach Ansicht des Autors auch Gruppen gelten, die in der öffentlichen Darstellung der Diaspora kaum vorkämen: älteren Migranten ohne ausreichende soziale Absicherung, jungen Dominikanern der zweiten Generation sowie Fachkräften, deren Berufsabschlüsse im Ausland nicht anerkannt werden.
Der Beitrag schlägt deshalb drei grundlegende Reformen vor: eine stärkere Serviceorientierung des INDEX, eine gemeinsame politische Agenda der Auslandsabgeordneten und den Aufbau eines grenzüberschreitenden sozialen Schutzsystems, das Dominikaner während ihres Lebens im Ausland und bei einer möglichen Rückkehr begleitet.
Der Text ist ausdrücklich als Meinungs- und Debattenbeitrag zu verstehen. Die darin erhobenen Vorwürfe und Bewertungen geben die Position des Autors wieder.
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