Washington warnt vor Handelsumgehung

USA nennen Dominikanische Republik in Bericht zu chinesischen Waren

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Die Dominikanische Republik wird in einem Bericht des Weißen Hauses als eines von mehr als 40 Ländern genannt, über die chinesische Waren möglicherweise in die USA weitergeleitet werden, um höhere Zölle zu umgehen. Die dominikanische Regierung weist jedoch zurück, dass reguläre Exporte des Landes auf einer solchen illegalen Umleitung beruhen.

Das Ministerium für Industrie, Handel und KMU (MICM) erklärte, der Bericht stelle weder allgemein eine illegale Herkunft dominikanischer Exporte fest noch beziffere er ein konkretes Volumen verdächtiger Waren aus der Dominikanischen Republik.

Nach Angaben des Ministeriums enthält das Dokument außerdem keine Sanktionen, Strafmaßnahmen oder neuen Zölle gegen das Land. Vielmehr würden mögliche Risiken bestimmter Handelsrouten, Produkte und logistischer Strukturen in mehr als 40 Staaten beschrieben.

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Dominikanische Republik verweist auf eigene Produktion

Die USA sehen nach Darstellung des Berichts ein Risiko darin, dass Unternehmen Waren chinesischen Ursprungs über Drittstaaten weiterleiten oder dort nur geringfügig bearbeiten, bevor sie anschließend unter einer anderen Herkunftsbezeichnung in die Vereinigten Staaten exportiert werden.

Für die Dominikanische Republik nennt der Bericht unter anderem Freihandelszonen, Hafen- und Logistikinfrastruktur, spezialisierte Fertigungskapazitäten sowie den bevorzugten Zugang zum US-Markt als Faktoren, die das Land für solche Praktiken attraktiv machen könnten.

Das MICM betont dagegen, dass die Dominikanische Republik über eine reale industrielle Basis verfüge. In den Freihandelszonen und Produktionsbetrieben gebe es Investitionen, dominikanische Arbeitskräfte und tatsächliche Fertigungsprozesse, durch die vor dem Export in die USA Wertschöpfung entstehe.

Illegale Umleitung von Waren dürfe deshalb nicht mit regulärer Produktion, Nearshoring und ausländischen Investitionen gleichgesetzt werden.

Das Ministerium erklärte zugleich, die Zielsetzung der USA zu unterstützen, Unternehmen daran zu hindern, dominikanisches Territorium zur illegalen Umgehung von Zöllen, zur falschen Angabe des Warenursprungs oder zur Neuetikettierung von Produkten zu nutzen. Sollten Verstöße festgestellt werden, habe auch die Dominikanische Republik ein Interesse daran, diese zu untersuchen und nach geltendem Recht zu ahnden.

Bericht stuft das Land in dritte Gruppe ein

Nach dem vorliegenden Bericht werden die genannten Länder in verschiedene Risikogruppen eingeordnet. Die Dominikanische Republik befindet sich demnach in der dritten Kategorie mit kleineren Volkswirtschaften, deren Handelsvolumen zwar geringer ist, die aufgrund bestimmter logistischer oder wirtschaftlicher Vorteile dennoch für die Weiterleitung von Waren interessant sein könnten.

In derselben Gruppe werden unter anderem Costa Rica, Panama, Kolumbien, Peru, Chile, Argentinien, Marokko, Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate genannt.

Zu den Ländern und Wirtschaftsräumen mit den nach Ansicht der US-Regierung größten entsprechenden Handelsstrukturen gehören unter anderem Mexiko, Kanada, die Europäische Union, Indien, Japan, Südkorea und Taiwan.

Für die Dominikanische Republik hebt der Bericht insbesondere ihre Rolle als maritimes Logistikdrehkreuz hervor. Genannt werden dabei Freihandelszonen, Tiefwasserhäfen, Containerkonsolidierung, Wiederausfuhr und Handelsdokumentation.

Besondere Aufmerksamkeit erhält nach Darstellung des Berichts der Korridor Caucedo–Haina. Dort sollen unter anderem isolierte elektrische Leiter und Kabelsätze gehandelt werden, bei denen die US-Regierung mögliche Verbindungen zu chinesischen Lieferketten sieht.

USA wollen Handelsströme stärker überwachen

Washington bezeichnet die bewusste Verschleierung chinesischer Warenherkunft als illegale Umgehung von Handelszöllen. Dabei können Produkte beispielsweise in einem Drittland montiert, etikettiert, gelagert oder neu dokumentiert werden, ohne dass dort eine ausreichende wirtschaftliche Verarbeitung stattfindet, die eine neue Herkunft rechtfertigen würde.

Als eine mögliche Gegenmaßnahme schlägt der Bericht nach Angaben des Ausgangstextes eine verstärkte Analyse internationaler Handelsdaten mit künstlicher Intelligenz vor. Auffällige Handelswege und ungewöhnliche Warenbewegungen sollen dadurch gezielter erkannt und kontrolliert werden.

Die dominikanische Regierung betont unterdessen, dass die bestehenden Kontrollen dazu dienen sollen, die Integrität des Außenhandels zu sichern und das Vertrauen wichtiger Handelspartner zu erhalten.

Weitere Meldungen zu Außenhandel, Freihandelszonen und den Wirtschaftsbeziehungen zu den USA finden Sie im Ressort Wirtschaft und Finanzen.

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