Bilanz nach sechs Jahren Regierung

Sechs Jahre Abinader: Fortschritte, Großprojekte und offene Versprechen

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Am 16. August 2026 ist Luis Abinader seit sechs Jahren Präsident der Dominikanischen Republik. Seine Regierung verweist auf wirtschaftliche Erholung, Investitionen, Infrastrukturprojekte und soziale Programme. Gleichzeitig sind mehrere angekündigte Vorhaben noch nicht abgeschlossen oder hinter den ursprünglichen Zeitplänen zurückgeblieben.

Abinader trat sein Amt am 16. August 2020 mitten in der Covid-19-Pandemie an. Entsprechend standen zu Beginn die Gesundheitskrise und die wirtschaftliche Stabilisierung im Mittelpunkt. Gleichzeitig kündigte die Regierung ein umfangreiches Infrastrukturprogramm mit 432 Projekten und Investitionen von mehr als 70 Milliarden Pesos an. Ein Teil dieser Vorhaben ist nach dem vorliegenden Bericht bis heute nicht abgeschlossen.

In den folgenden Jahren stellte Abinader bei seinen jährlichen Rechenschaftsberichten vor allem die wirtschaftliche Entwicklung heraus. 2022 verwies er auf ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 12,3 Prozent nach der besonders schwierigen Pandemiephase sowie auf die Erholung des Tourismus und die Verringerung des staatlichen Defizits.

2023 rückten ausländische Direktinvestitionen, neue Arbeitsplätze, Maßnahmen gegen die Inflation und Sozialprogramme stärker in den Mittelpunkt. Die Regierung verwies dabei auch auf Belastungen durch internationale Entwicklungen wie den Krieg in der Ukraine und die Schäden durch Hurrikan Fiona.

Für die Jahre 2021 bis 2023 nannte Abinader später ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 6,43 Prozent. Hinzu kamen nach Regierungsangaben Rekordexporte aus den Freihandelszonen von mehr als acht Milliarden US-Dollar und die Ausweitung staatlicher Sozialprogramme.

Regierung sieht deutliche Fortschritte

Präsidialminister José Ignacio Paliza erklärte wenige Tage vor dem sechsten Jahrestag, die Dominikanische Republik stehe heute insgesamt besser da als 2020.

Nach seiner Einschätzung habe sich das Land in nahezu allen wichtigen Bereichen weiterentwickelt. Paliza verwies unter anderem auf rund 3.000 fertiggestellte öffentliche Bauwerke sowie weitere Projekte, die sich noch in der Umsetzung befänden.

Auch bei der Stromversorgung sieht die Regierung Fortschritte. Paliza erklärte, die Bevölkerung erhalte heute mehr Elektrizität als früher. Diese Einschätzung steht allerdings aktuellen Protesten gegenüber, bei denen Bewohner verschiedener Landesteile wiederholt über Stromausfälle klagten.

Mehrere Projekte weiterhin offen

Neben den von der Regierung hervorgehobenen Erfolgen nennt der Bericht eine Reihe von Vorhaben, deren Umsetzung nicht wie ursprünglich angekündigt abgeschlossen wurde.

Dazu gehört demnach die Talsperre Monte Grande, deren Fertigstellung ursprünglich für 2022 vorgesehen war. Laut Ausgangstext ist ihre vollständige Inbetriebnahme weiterhin ausstehend. Ebenfalls noch offen sei das angekündigte erste Kinderkrankenhaus für den Süden des Landes in der Provinz Azua.

Auch der Fondo Patrimonial de las Empresas Reformadas (FONPER) besteht weiterhin. Abinader hatte vor seinem Amtsantritt 2020 angekündigt, den Fonds wegen früherer Korruptionsvorwürfe auflösen zu wollen.

Beim öffentlichen Parkplatzprogramm Parqueate RD waren ursprünglich 16 Anlagen im Großraum Santo Domingo und weitere vier in Santiago vorgesehen. Nach Angaben des Berichts wurden bislang zwei Standorte im Distrito Nacional fertiggestellt.

Wechselkurs wieder bei rund 59 Pesos

Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung des Wechselkurses. 2022 hatte Abinader hervorgehoben, dass der US-Dollar von etwa 59 auf 53,80 Pesos gefallen war. Inzwischen liegt der Wechselkurs nach Angaben des Ausgangstextes wieder bei ungefähr 59 Pesos je US-Dollar.

Damit zeigt sich auch, dass nicht alle wirtschaftlichen Entwicklungen dauerhaft in der von der Regierung ursprünglich hervorgehobenen Richtung verliefen.

Große Projekte bis 2028 geplant

Für die verbleibenden zwei Jahre seiner zweiten Amtszeit setzt die Regierung auf mehrere größere Infrastrukturprojekte.

Zu den wichtigsten Vorhaben zählen die Autopista del Ámbar zur besseren Verbindung zwischen Santiago und Puerto Plata, die Straßenbahn von Santo Domingo sowie die Monorail von Santiago.

Auch die touristische Entwicklung von Pedernales gehört zu den zentralen Regierungsprojekten. Dort sollen unter anderem ein Flughafen und weitere Hotels entstehen.

Bis zum Ende der Amtszeit Abinaders im Jahr 2028 dürfte sich deshalb vor allem daran messen lassen, wie viele dieser großen Vorhaben tatsächlich fertiggestellt werden und welche der bereits länger angekündigten Projekte noch abgeschlossen werden können.

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