Die hohen Lebenshaltungskosten setzen die Kaufkraft vieler Beschäftigter in der Dominikanischen Republik unter Druck. Besonders deutlich zeigt sich dies beim Vergleich des gesetzlichen Mindestlohns größerer Unternehmen mit den Kosten des grundlegenden Warenkorbs für einkommensschwache Haushalte.
Nach den im Ausgangsbericht genannten Daten der Zentralbank kostet der Warenkorb des ersten Einkommensquintils, also der 20 Prozent der Haushalte mit den niedrigsten Einkommen, monatlich 29.756,89 Pesos. Der Mindestlohn für Beschäftigte großer Unternehmen liegt bei 29.988 Pesos.
Damit beträgt der rechnerische Abstand lediglich etwas mehr als 200 Pesos im Monat. Abzüge vom Einkommen sowie Ausgaben, die unmittelbar mit der Arbeit verbunden sind, etwa für den täglichen Transport, sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Gerade Fahrtkosten können für Beschäftigte mit niedrigen Einkommen einen erheblichen Teil des verfügbaren Geldes beanspruchen.
Auch höhere Einkommen geraten unter Druck
Die Belastung betrifft dem Bericht zufolge nicht nur Mindestlohnempfänger. Als Beispiel wird ein monatliches Bruttogehalt von 55.000 Pesos genannt.
Nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge und angenommenen monatlichen Transportkosten von rund 3.520 Pesos verblieben etwa 48.180 Pesos. Dieser Betrag läge damit unter den durchschnittlichen Kosten des landesweiten Warenkorbs, den die Zentralbank mit 49.802,94 Pesos pro Monat beziffert.
Dabei bestehen deutliche regionale Unterschiede.
Für die Metropolregion einschließlich Santo Domingo werden durchschnittliche monatliche Kosten von rund 57.220 Pesos angegeben. Im Süden des Landes liegt der entsprechende Wert dem Bericht zufolge bei etwa 42.182 Pesos.
Wie stark ein Einkommen tatsächlich ausreicht, hängt deshalb auch erheblich vom Wohnort und den jeweiligen Lebensbedingungen eines Haushalts ab.
Neben Lebensmitteln müssen Familien weitere laufende Belastungen wie Miete, Verkehr, Kleidung, Gesundheitsversorgung und andere Dienstleistungen finanzieren. Steigende oder dauerhaft hohe Grundkosten verringern zugleich den finanziellen Spielraum für Ersparnisse oder unerwartete Ausgaben.
Der Vergleich zeigt damit, wie eng Einkommen und grundlegende Haushaltsausgaben insbesondere bei niedrigeren und mittleren Löhnen inzwischen beieinanderliegen.
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