Seit mehr als zwei Jahrzehnten dominiert die vertikale Bauweise die Gebäude entlang der Winston Churchill und Abraham Lincoln – zwei Avenidas, die im Polígono Central eine bedeutende kommerzielle, finanzielle und immobilienbezogene Aktivität bündeln und zugleich eines der markantesten Stadtbilder des Nationaldistrikts prägen.
Da diese Avenidas einige der am stärksten urbanisierten und teuersten Gegenden der Stadt umrahmen – in denen der durchschnittliche Quadratmeterpreis allein im Sektor Piantini bei rund 2.900 US-Dollar liegt –, sind Immobilienprojekte mit Fokus auf Luxus und Wohlbefinden die vorherrschende Tendenz unter den über 30 Wohntürmen, die sich derzeit in der Phase von Fundamentlegung, Rohbau, Ausbau oder Fertigstellung befinden.
Das ergab eine Zählung von Diario Libre bei einem Streifzug durch diese Hauptverkehrsadern, bei dem Wohnhochhäuser berücksichtigt wurden, die nur wenige Meter entfernt in den Stadtteilen Piantini, Yolanda Morales, Serrallés und Ensanche Naco entstehen. Der betrachtete Bereich erstreckt sich dabei bis zu den Avenidas John F. Kennedy und 27 de Febrero als äußere Begrenzung.
Kurzzeitvermietungen: im Aufschwung
Eine vollständig möblierte Einzimmerwohnung mit Arbeitsbereich, Küche, Bad (und Gäste-WC), Balkon oder Terrasse (oder beides, je nach Fall) ist eines der Hauptangebote der Projekte in und nahe diesem Stadtviertel.
Ausstattungen mit Feinsteinzeug, Keramik, Marmor oder edlem Holz sollen ein Ambiente von Luxus, Komfort und Modernität schaffen – alles in Flächen zwischen 41 und 96 Quadratmetern. Das Ziel? Eine Investitionsmöglichkeit für Interessierte an Kurzzeitunterkünften, etwa für lokale Geschäftsleute oder im Ausland lebende Dominikaner.
„Die Projekte, die auf (Kurzzeit-)Vermietung ausgerichtet sind, orientieren sich am Hotelkonzept, also für Kunden, die für kurze Aufenthalte anreisen“, erklärt Alberto Bogaert, Präsident des Verbands der Immobilienmakler und -unternehmen (AEI). Er betont, dass die kommerzielle Dynamik dieser Avenidas „eine ausgezeichnete Nachfrage für diesen Zweck“ sicherstelle.
Offizielle Zahlen belegen das: Im Jahr 2024 gab es allein im Großraum Santo Domingo 25.198 Kurzzeitunterkünfte – das entspricht 19,05 % der insgesamt 132.222 landesweit verfügbaren Einheiten, so das Tourismusministerium.
Diese neuen Projekte verfolgen eindeutig das Ziel, die Qualität des Angebots in einem wettbewerbsintensiven Immobilienmarkt zu steigern.
Die Verkaufspreise für Apartments in Sektoren wie Serrallés und Naco, nur wenige Meter von der Abraham Lincoln entfernt, liegen zwischen 150.353 und 292.640 US-Dollar – unter der Zusicherung einer „hohen Rentabilität“ und einer „garantierten Rendite“ für Investoren.
Hochwertiges Wohnen
Eine weitere stark wachsende Entwicklung in diesem Gebiet sind luxuriöse Wohnhochhäuser für jene, die im Polígono Central einen festen Wohnsitz suchen – oft sind dies Geschäftsleute.
„Das sind Familien, die wachsen und in neue Projekte umziehen, die entstehen“, so Bogaert.
So gibt es Wohnungen zwischen 67 und 352 Quadratmetern, mit ein bis vier Schlafzimmern. Freizeiteinrichtungen sind dabei ein zentrales Element: Fitnessstudios, Spielbereiche, Multifunktionsräume, Zugang zu Pools und Dachterrassen gehören zu den angebotenen Annehmlichkeiten.
Es gibt sogar Optionen mit bis zu 525 Quadratmetern, die Großzügigkeit und Naturverbundenheit vermitteln sollen. Je nach exklusivem Profil bewegen sich die Preise zwischen 210.000 und 1,7 Millionen US-Dollar.
Condohotels: das gemischte Modell
Ein weiteres Angebot im Polígono Central sind Condohotels – Gebäude, in denen jede Wohneinheit unterschiedlichen Eigentümern gehört, während Verwaltung und Instandhaltung des Hauses von einem Unternehmen übernommen werden, meist aus dem Hotelgewerbe.
Das Blue Mall Luxury Residences, das Spazio by Regatta oder die Everest Suites der Hotelkette Wyndham Hotels & Resorts, nahe der Churchill- bzw. Lincoln-Avenida, folgen diesem Modell.
All diese Angebote (viele davon mit geplanter Fertigstellung zwischen 2026 und 2028) zeigen, wie der Polígono Central sein Immobilienangebot diversifiziert, um zahlungskräftige Kunden anzuziehen und den Städtetourismus zu fördern.
