Mehr Sicherheit im Rentensystem

Reform der Sozialversicherung soll Renten in der Dominikanischen Republik verlässlicher machen

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Die geplante Reform des dominikanischen Sozialversicherungsgesetzes 87-01 soll Renten verlässlicher machen und zugleich den Schutz im Gesundheits- und Vorsorgesystem verbessern. Ziel ist nach Angaben der Rentenaufsicht, das bestehende Modell weiterzuentwickeln und stärker an die heutigen sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen anzupassen.

Francisco Torres, Superintendent für Pensionen, bezeichnete die Reform als „Weiterentwicklung des aktuellen Modells“. Im Mittelpunkt stehe vor allem die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger beim Eintritt in den Ruhestand mehr Sicherheit erhalten können. Viele Menschen wollten wissen, wann und unter welchen Bedingungen sie tatsächlich in Rente gehen könnten.

Nach Torres soll die Reform deshalb Garantien im Rentensystem stärken. Dazu gehören Renten, die an die Inflation angepasst werden und langfristig finanziell tragfähig bleiben. Die geplanten Änderungen sollen zugleich eine bessere Abdeckung und Qualität der Gesundheitsleistungen ermöglichen.

Niedrige Beiträge und hohe Informalität

Ein zentrales Problem ist die Finanzierung des Systems. Nach der Resolution 01-2025 der Sozialversicherungskasse TSS werden Arbeitnehmern derzeit 2,87 Prozent ihres regulären Gehalts für den Rentenfonds abgezogen. Arbeitgeber zahlen zusätzlich 7,10 Prozent des beitragspflichtigen Gehalts für die Altersversicherung.

Damit liegt die Dominikanische Republik nach Angaben von Torres unter regionalen und internationalen Vergleichswerten. Der Durchschnitt in der Region liege bei etwa 15 Prozent, in Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD bei rund 18 Prozent.

Zusätzlich erschwert die hohe informelle Beschäftigung die Absicherung vieler Menschen. Wer außerhalb des formellen Arbeitsmarktes arbeitet, zahlt häufig nicht regelmäßig in das Sozialversicherungssystem ein und bleibt dadurch ohne ausreichenden Schutz. Gleichzeitig ist es für Beschäftigte mit unregelmäßigen Einkommen schwierig, feste Beiträge zu leisten.

Torres räumte ein, dass viele Menschen aus wirtschaftlichen Gründen in der Informalität arbeiten. Dennoch bedeute dies, dass sie im Alter und bei gesundheitlichen Risiken oft nicht ausreichend abgesichert seien.

Reform könnte bald dem Kongress vorgelegt werden

Nach Angaben des Superintendenten wurde die Reform seit fast vier Jahren vorbereitet. Beteiligt waren unter anderem der Wirtschafts- und Sozialrat CES, internationale Modelle der Internationalen Arbeitsorganisation OIT sowie Gespräche mit verschiedenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Sektoren.

Torres sagte, es gebe bereits breite Fortschritte und wachsenden Konsens, auch wenn noch einzelne Punkte offen seien. Der Unternehmenssektor solle die Vorschläge weiter prüfen und eigene Beiträge einbringen können.

Der Gesetzentwurf könnte nach seinen Angaben innerhalb von ein bis zwei Monaten dem Nationalkongress vorgelegt werden. Die Reform der Sozialversicherung gehört seit der ersten Amtsübernahme von Präsident Luis Abinader zu den erklärten politischen Vorhaben der Regierung.

Das Gesetz 87-01 ist seit 2001 in Kraft. In früheren Legislaturperioden wurde es mehrfach diskutiert, unter anderem wegen struktureller Schwächen im System. Auch eine bikamerale Kommission hatte sich bereits mit möglichen Verbesserungen befasst.

Die Reform dürfte politisch und gesellschaftlich aufmerksam verfolgt werden. Sie betrifft zentrale Fragen des Alltags: die Finanzierung von Gesundheit, die Absicherung im Alter und den Schutz jener Beschäftigten, die bislang nur schwer Zugang zum formellen Sozialversicherungssystem finden.

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