Das Mobilitätsverhalten im Großraum Santo Domingo verändert sich deutlich. Klassische öffentliche Sammeltaxis verlieren an Bedeutung, während Motorräder, Motoconchos und appbasierte Fahrdienste wie Uber zunehmend genutzt werden. Das geht aus der Mobilitätsstudie 2025–2026 des dominikanischen Verkehrsinstituts Intrant hervor.
Im Großraum Santo Domingo und den angrenzenden Gemeinden werden demnach täglich rund 6,7 Millionen Wege zurückgelegt. Für die Untersuchung wurden mehr als 20.000 Personen aus 7.300 Haushalten in elf Gemeinden und neun Gemeindebezirken befragt.
Besonders deutlich zeigt sich der Wandel beim sogenannten Carro Público, dem traditionellen Sammeltaxi auf festen Strecken. Sein Anteil an den täglichen Wegen sank gegenüber der Erhebung von 2018 von 14 auf 8 Prozent.
An Bedeutung gewonnen haben dagegen private Motorräder mit einem Anteil von 10 Prozent, Motoconchos mit 7,7 Prozent sowie appbasierte Fahrdienste wie Uber mit 7,4 Prozent.
Insgesamt entfallen 41,5 Prozent der Mobilität auf private Verkehrsmittel wie Autos und Motorräder. Öffentliche und gemeinschaftlich genutzte Verkehrsmittel erreichen 37,4 Prozent. Zu Fuß oder mit dem Fahrrad werden 21,1 Prozent der Wege zurückgelegt.
Auch der öffentliche Massenverkehr konnte seine Position stärken. Die durchschnittliche Nutzung der Metro von Santo Domingo nahm nach der Erweiterung ihrer Kapazitäten um 10,9 Prozent zu. Hinzu kommen neue Buskorridore und ein Ausbau des Angebots der staatlichen Busgesellschaft OMSA.
Der Distrito Nacional bleibt das wichtigste Ziel innerhalb des Ballungsraums. Auf ihn entfallen 31,7 Prozent aller Wege im Großraum Santo Domingo. Rund jeder dritte gemeindeübergreifende Weg führt in den Hauptstadtbezirk.
Die stärkste Verkehrsverbindung besteht zwischen Santo Domingo Este und dem Distrito Nacional mit täglich rund 303.000 Fahrten in beide Richtungen. Zwischen Santo Domingo Norte und dem Distrito Nacional werden etwa 240.000 Fahrten gezählt, zwischen Santo Domingo Oeste und dem Hauptstadtbezirk rund 137.000.
Arbeit und Ausbildung bestimmen einen Großteil des täglichen Verkehrs. 73,9 Prozent der jeweils ersten Wege eines Tages führen zur Arbeit oder zu einer Bildungseinrichtung. Im Durchschnitt legt jeder Einwohner 1,92 Wege pro Tag zurück. Eine Fahrt dauert durchschnittlich 20,8 Minuten und umfasst 3,5 Kilometer.
Die Motorisierungsquote im Großraum Santo Domingo liegt durchschnittlich bei 63,4 Prozent, unterscheidet sich jedoch erheblich zwischen den einzelnen Gebieten.
