Transportverbände sehen fehlende Planung, maroden Fahrzeugbestand und Motorradboom als Hauptprobleme

Verkehrssektor fordert tiefgreifende Reformen gegen Chaos auf den Straßen

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Vertreter des Transportsektors in der Dominikanischen Republik fordern umfassendere Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation. Trotz einzelner Initiativen bleibe der Zustand des Verkehrs angespannt, mit wachsender Überlastung und hoher Unfallrate.

Für Antonio Marte, Präsident der Transportorganisation Conatra, ist die Lage eindeutig: Der Verkehr befinde sich weiterhin im Chaos. Er kritisierte insbesondere die fehlende langfristige Planung, die dazu führe, dass Probleme zunehmen statt gelöst werden.

Auch Mario Díaz von der Fenattransc sieht strukturelle Defizite. Seiner Einschätzung nach erfüllen rund 40 % der Fahrzeuge nicht die Mindestanforderungen für den Straßenverkehr. Technische Mängel wie defekte Bremsen oder fehlende Beleuchtung tragen wesentlich zu Unfällen bei. Eine konsequente technische Fahrzeugprüfung sei daher unerlässlich.

Ein weiterer zentraler Faktor ist der massive Anstieg der Motorräder. Schätzungen zufolge sind rund vier Millionen Motorräder im Umlauf, während nur ein Bruchteil der Fahrer über eine gültige Lizenz verfügt. Dies spiegele sich auch in der Unfallstatistik wider, in der Motorräder überproportional häufig beteiligt sind.

Trotz positiver Ansätze wie dem staatlichen Programm RD Se Mueve sehen die Verbände Verbesserungsbedarf. Sie fordern eine stärkere Einbindung des Sektors in Entscheidungsprozesse und schlagen die Einrichtung einer dauerhaften Arbeitsgruppe vor, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln.

Von Seiten der Digesett wird die allgemeine Verkehrsüberwachung zwar als solide bewertet, jedoch gilt die Kontrolle des Motorradverkehrs als zunehmend schwierig.

Zusätzliche Vorschläge kommen von William Figuereo (CNTU). Er plädiert dafür, Teile des Wirtschaftsverkehrs in die Nachtstunden zu verlagern, um die Belastung während der Hauptverkehrszeiten zu reduzieren. Insbesondere der Schwerlastverkehr könnte so zur Entlastung der Städte beitragen.

Insgesamt zeigt sich: Neben infrastrukturellen Maßnahmen braucht es vor allem strengere Kontrollen, eine bessere Regulierung des Fahrzeugbestands sowie eine klare strategische Planung, um die Verkehrssituation nachhaltig zu verbessern.

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