Schutzgebiete stoßen an Grenzen

Zu wenige Ranger für Dominikanische Schutzgebiete

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Die Dominikanische Republik verfügt über 134 Einheiten im nationalen System der Schutzgebiete. Nach Einschätzung des Umweltschützers Nelson Bautista reicht die Zahl der eingesetzten Ranger jedoch in mehreren großen Nationalparks bei Weitem nicht aus, um diese Gebiete wirksam zu überwachen.

Als Beispiele nennt Bautista die Nationalparks Sierra de Bahoruco, Los Haitises, Valle Nuevo, Nalga de Maco und Cotubanamá. In einigen Schutzgebieten müssten lediglich zehn oder zwölf Ranger Flächen von 500 bis 600 Quadratkilometern kontrollieren. Eine wirksame Überwachung sei unter solchen Bedingungen kaum möglich.

Das Problem betrifft nach seiner Darstellung nicht allein die Personalstärke. Für Kontrollen in abgelegenen Regionen seien Fahrzeuge, Motorräder, Kommunikationsausrüstung und weitere technische Hilfsmittel erforderlich. Teilweise verfügten die Ranger nicht einmal über Motorräder, um die ihnen zugewiesenen Gebiete zu erreichen.

Große Flächen und schwieriges Gelände

Viele Schutzgebiete bestehen aus Bergen, dichten Wäldern und schwer zugänglichen Landschaften. Eine regelmäßige Präsenz vor Ort ist jedoch entscheidend, um Eingriffe in die Natur frühzeitig zu erkennen und gegen Umweltverstöße vorzugehen.

Bautista betont deshalb, dass die offizielle Ausweisung eines Gebietes als geschützt allein nicht ausreiche. Ohne genügend Personal und geeignete Ausrüstung könne der Schutz in der Praxis nur eingeschränkt umgesetzt werden.

Positiv bewertet der Umweltschützer Ausbildungsmaßnahmen des Umweltministeriums sowie Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen der Ranger. Nach seiner Einschätzung werden jedoch weiterhin nicht schnell genug zusätzliche Mitarbeiter in den Schutzgebieten eingesetzt.

Regierung verweist auf Fortschritte

Die Regierung wiederum verweist auf Maßnahmen zur Stärkung des Naturschutzes. Präsident Luis Abinader erklärte bei seiner Rechenschaftslegung 2026, die staatliche Präsenz sei durch neue Provinzbüros sowie die Sanierung von Schutz- und Kontrollstationen ausgebaut worden.

Nach seinen Angaben wurden außerdem 400 Ranger ausgebildet und zertifiziert. Sie erhielten demnach unter anderem eine Krankenversicherung und verbesserte Arbeitsbedingungen.

Abinader erklärte zudem, dass neue Managementpläne für strategisch wichtige Schutzgebiete verabschiedet worden seien. 25,5 Prozent der Landfläche der Dominikanischen Republik stünden inzwischen unter Schutz, bei den Meeresgebieten liege der Anteil bei 30,8 Prozent.

Der Präsident berichtete außerdem von einem Rückgang der von Waldbränden betroffenen Fläche um 65 Prozent in den ersten Monaten des Jahres und verwies auf eine Politik der Nulltoleranz gegenüber Umweltverstößen.

Entscheidend ist der Schutz vor Ort

Damit stehen zwei unterschiedliche Aspekte nebeneinander: Während die Regierung auf Investitionen, Ausbildung und einen Ausbau der Schutzmaßnahmen verweist, richtet Bautista den Blick auf die tatsächliche personelle und technische Ausstattung einzelner Gebiete.

Die zentrale Herausforderung bleibt damit die Frage, ob ausreichend Ranger, Fahrzeuge und Ausrüstung vorhanden sind, um die weitläufigen Nationalparks und anderen Schutzgebiete tatsächlich regelmäßig zu kontrollieren.

Gerade in schwer zugänglichen Regionen entscheidet letztlich die Präsenz vor Ort darüber, wie wirksam bestehende Schutzbestimmungen umgesetzt werden können.

Weitere Entwicklungen zu Nationalparks, Naturschutz und Biodiversität finden Sie im Ressort Umwelt und Natur.

Wer die wichtigsten Schutzgebiete des Landes kennenlernen und mehr über ihre Landschaften und Besonderheiten erfahren möchte, findet im folgenden Naturführer weitere Informationen.

Nationalparks und Schutzgebiete

Die Dominikanische Republik schützt zahlreiche unterschiedliche Landschaften – von Gebirgswäldern und Feuchtgebieten bis zu Küsten- und Meeresregionen. Der Naturführer stellt wichtige Nationalparks und Schutzgebiete näher vor.

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