Ermittlungen ohne bekanntes Ergebnis

Todesfälle bei DNCD-Einsatz von 2018 weiter ungeklärt

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Knapp acht Jahre nach einem tödlichen Einsatz der dominikanischen Drogenbehörde DNCD in Santo Domingo ist nach den vorliegenden Angaben weiterhin kein abschließendes Ergebnis der Ermittlungen bekannt. Bei dem Vorfall am 25. Oktober 2018 kamen die beiden Ananasproduzenten und Händler Hansel Arias und Porfirio Estévez ums Leben. Drei weitere Menschen wurden verletzt.

Der Zwischenfall ereignete sich in der Nähe von Capotillo und dem Mercado Nuevo an der Avenida Duarte. Die beiden Männer hielten sich auf dem Gelände des Marktes auf, als es während beziehungsweise nach einem Einsatz der DNCD zu Schüssen kam.

Nach dem Vorfall kündigten sowohl die DNCD als auch die Staatsanwaltschaft des Distrito Nacional Untersuchungen an. Bis heute sei jedoch keine Person wegen der Todesfälle vor Gericht gestellt worden, heißt es im vorliegenden Bericht.

Unterschiedliche Versionen des Geschehens

Die damalige Darstellung der DNCD und die Aussagen von Zeugen unterscheiden sich in wesentlichen Punkten.

Nach einem vorläufigen Bericht der Behörde verließen DNCD-Beamte und Angehörige der Streitkräfte gemeinsam mit Vertretern der Staatsanwaltschaft nach einem Einsatz das Viertel Capotillo. Dabei seien sie aus einem Gebäude heraus beschossen worden und hätten auf den Angriff reagiert. Die DNCD erklärte damals außerdem, nach einem Mann zu suchen, der während des Einsatzes mit einem Gewehr auf die Sicherheitskräfte geschossen haben soll.

Händler und Zeugen schilderten den Vorfall dagegen anders. Demnach seien DNCD-Fahrzeuge gegen 2.30 Uhr in das Gebiet gekommen und später in Richtung Mercado Nuevo zurückgekehrt. Nach einer Verfolgung sei es zu Schüssen gekommen. Zeugen berichteten außerdem, dass eine Flasche gegen eines der Fahrzeuge geworfen worden sei und Sicherheitskräfte anschließend das Feuer eröffnet hätten.

Zu den Zeugen gehörte Mariano Sánchez Vásquez, der Bruder des getöteten Porfirio Estévez. Er wurde bei dem Vorfall selbst verletzt und anschließend von den Ermittlungsbehörden befragt.

Rund 80 Einsatzkräfte wurden überprüft

Die Staatsanwaltschaft des Distrito Nacional übernahm damals die strafrechtlichen Ermittlungen. Parallel leitete die DNCD eine interne Untersuchung ein und stellte ihre Abteilung für interne Angelegenheiten für die Ermittlungen zur Verfügung.

Im Dezember 2018 erklärte die zuständige Staatsanwältin Rosalba Ramos, dass rund 80 Angehörige der DNCD an dem Einsatz beteiligt gewesen seien. Eine strafrechtliche Verantwortlichkeit müsse jedoch für jede einzelne Person festgestellt werden; die bloße Teilnahme am Einsatz reiche für eine Anklage nicht aus.

Zu diesem Zeitpunkt wurde nach Angaben aus dem damaligen Ermittlungsumfeld auch geprüft, welche Einsatzkräfte unmittelbar mit den Schüssen in Verbindung gestanden haben könnten. Namen sollten erst veröffentlicht werden, wenn ausreichende Beweise für weitere juristische Schritte vorlägen.

Nach den im Ausgangstext enthaltenen Angaben kam es anschließend jedoch zu keiner öffentlich bekannten Anklage oder abschließenden Erklärung über die Verantwortung für die beiden Todesfälle.

Damit bleiben auch Jahre später zentrale Fragen des Falls offen: wie genau die beiden Händler ums Leben kamen, welche Einsatzkräfte die tödlichen Schüsse abgaben und zu welchem Ergebnis die angekündigten Untersuchungen gelangten.

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