Die dominikanische Nationalpolizei hat derzeit 53.877 noch nicht vollstreckte Haftbefehle registriert. Sie betreffen unter anderem Fälle von häuslicher Gewalt, Diebstahl, körperlichen und sexuellen Übergriffen, Cyberkriminalität sowie Tötungsdelikten.
Polizeisprecher Oberst Diego Pesqueira stellte klar, dass es sich bei der Zahl um Haftbefehle und nicht um ebenso viele Personen handelt. Einzelne Beschuldigte können mehrere offene richterliche Anordnungen haben. Ein Teil der Haftbefehle stammt bereits aus dem Jahr 2023.
Den größten Anteil machen Fälle von häuslicher Gewalt aus. Hier sind 17.635 Haftbefehle offen. Hinzu kommen 11.587 wegen Diebstahls, 5.951 wegen körperlicher Übergriffe, 4.018 wegen sexueller Übergriffe, 2.761 wegen Cyberkriminalität und 2.681 im Zusammenhang mit Tötungsdelikten.
Die Polizei fahndet nach Angaben Pesqueiras außerdem nach Personen, die wegen Betrugs und anderer technologiebezogener Straftaten gesucht werden.
Besonders auffällig sind Fälle von Personen mit zahlreichen Polizeieinträgen. Die Behörde legte Daten zu 73 Personen mit mehrfachen Registrierungen vor. José Luis Mateo Medina weist demnach 41 Einträge auf, José Amauris Pérez 34. Weitere Personen kommen auf 28, 27 oder 26 Registrierungen.
Im Zusammenhang mit Tötungsdelikten bestehen offene Haftbefehle gegen 2.548 Personen. Bei 1.181 von ihnen liegen Identitätsdokumente vor. Weitere 1.367 Personen sind bislang lediglich über Aliasnamen erfasst, was nach Angaben der Polizei die eindeutige Identifizierung erschwert.
Seit Anfang September haben sich zudem 107 gesuchte Personen freiwillig gestellt. Einige von ihnen befinden sich inzwischen unter gerichtlichen Zwangsmaßnahmen, andere warten noch auf weitere Entscheidungen der Justiz.
Die Polizei betonte, dass sie als unterstützendes Organ der Staatsanwaltschaft tätig sei. Über mögliche strafrechtliche Konsequenzen entscheiden anschließend die zuständigen Gerichte.
