Die laufende Reform der dominikanischen Nationalpolizei ist nach Ansicht der Kommunikatoren Rubén Uceta und Ramón Tolentino bislang gescheitert. Beide machen dafür vor allem zwei Faktoren verantwortlich: die starke Rolle ausländischer Berater und den Widerstand einflussreicher Strukturen innerhalb der Polizei.
Uceta, ehemaliges Mitglied der Polizei, kritisierte in der Sendung „RD Debate“, dass Personen eine zentrale Rolle bei der Reform spielten, die selbst nie Teil der dominikanischen Polizei gewesen seien und keine Führungserfahrung innerhalb der Institution hätten.
Nach seiner Einschätzung erschwert dies das Verständnis für den Alltag der Beamten und die sozialen Bedingungen in den Vierteln, in denen sie eingesetzt werden.
Ein weiteres Problem sieht Uceta in älteren Führungsstrukturen innerhalb der Polizei. Diese würden seiner Darstellung zufolge Veränderungen behindern und neue, besser ausgebildete Beamte sowie Kommandeure ausbremsen.
Er kritisierte dabei insbesondere ein traditionelles Verständnis von Polizeiarbeit, bei dem Erfolg vor allem über Kontrollen, Beschlagnahmungen und Festnahmen gemessen werde. Ein modernes Sicherheitskonzept müsse dagegen stärker auf den Schutz der Bevölkerung und bürgernahe Polizeiarbeit ausgerichtet sein.
Auch der Journalist Ramón Tolentino stellte die Beteiligung ausländischer Fachleute infrage. Er argumentierte, dass technische Erfahrung allein nicht ausreiche, um die besonderen sozialen Bedingungen und die Mentalität in dominikanischen Stadtvierteln zu verstehen.
Besonders kritisch äußerte er sich über den derzeitigen Exekutivbeauftragten für die Polizeireform, den Kolumbianer Luis Ernesto García Hernández. Tolentino stellte dabei nicht grundsätzlich infrage, dass ausländische Experten an dem Prozess beteiligt werden, forderte jedoch, dass diese nicht die führende Rolle übernehmen sollten.
Beide Kommunikatoren sehen die Schwierigkeiten der Reform deshalb nicht allein bei Technik, Fahrzeugen, Überwachungssystemen oder neuen Ausbildungsprogrammen.
Nach ihrer Einschätzung liegt das zentrale Problem tiefer: Traditionelle Machtstrukturen und überholte Vorstellungen von Polizeiarbeit würden Veränderungen innerhalb der Institution verlangsamen oder verhindern.
Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Nationalpolizei umfassend modernisiert werden soll und dabei auch auf internationale Fachleute und neue Ausbildungsmodelle setzt.
