Behörden untersuchen schwere Misshandlungsvorwürfe

14 Minderjährige aus Einrichtung in San Cristóbal gerettet

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Die dominikanischen Behörden haben 14 Minderjährige im Alter von drei Monaten bis 13 Jahren aus einer Einrichtung in der Provinz San Cristóbal geholt. Nach bisherigen Angaben stehen schwere Vorwürfe wegen möglicher Kindesmisshandlung, Arbeitsausbeutung und Menschenhandels im Raum.

Auslöser der Ermittlungen war nach Angaben der Behörden ein zwölfjähriger Junge, der aus dem Anwesen im Sektor Las Paredes in der Gemeinde Yaguate geflohen sein soll. Er wandte sich anschließend an die Polizei und berichtete von den Bedingungen, unter denen er und weitere Minderjährige dort gelebt hätten.

Nach den bislang veröffentlichten Angaben soll der Junge geschildert haben, zu Arbeiten mit Holz für den Bau eines Hauses gezwungen worden zu sein. Zudem habe er von Schlägen, Verbrennungen an den Händen, mehrtägigem Nahrungsentzug und langen Strafzeiten auf den Knien berichtet. Die Vorwürfe sind Gegenstand laufender Ermittlungen und bislang nicht abschließend gerichtlich geklärt.

Auf Grundlage seiner Aussagen leiteten die Policía Nacional, die auf Kinder und Jugendliche spezialisierte Staatsanwaltschaft sowie die zuständige Einheit für Menschenhandel Ermittlungen ein. Bei zwei Durchsuchungen wurden anschließend die 14 Minderjährigen in Obhut genommen.

Nach Angaben von Polizeisprecher Diego Pesqueira wurden außerdem rund 13 Personen zu Ermittlungszwecken festgenommen. Unter ihnen befindet sich laut Innenministerin Faride Raful auch der 69-jährige Ángel Gabriel Capellán, den der Junge als „Pastor“ beziehungsweise „Kaplan“ bezeichnet haben soll.

Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht eine Organisation mit dem Namen „Fundación Restaurando Vida“. Nach bisherigen Angaben soll sie sich als Einrichtung zur Unterstützung gefährdeter Familien sowie von Waisen und anderen hilfsbedürftigen Minderjährigen dargestellt haben. Die Stiftung soll 2016 registriert worden sein.

Die Ermittler wollen nun klären, wie die Kinder und Jugendlichen in die Einrichtung gelangten, wie lange sie dort lebten und unter welchen Umständen sie dort festgehalten oder betreut wurden. Untersucht wird außerdem, ob hinter der Einrichtung ein System zur Ausbeutung Minderjähriger oder möglicherweise zum Menschenhandel stand.

Der zwölfjährige Junge soll nach Angaben der Behörden ursprünglich aus der Provinz El Seibo stammen und von seiner Mutter in die Einrichtung gebracht worden sein. Seine Flucht und anschließende Anzeige bei der Polizei waren laut Raful entscheidend dafür, dass die übrigen Minderjährigen gefunden werden konnten.

Die 14 Kinder und Jugendlichen wurden einer spezialisierten Schutzeinrichtung übergeben und befinden sich unter der Betreuung der zuständigen Behörden. Das Ministerio Público führt die Ermittlungen fort und will mögliche strafrechtliche Verantwortlichkeiten klären.

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Beitragsbild(er):eldia.com.do
Quelle:eldia.com.do