Aloe aus Monte Cristi boomt

Aloe-Produktion in Monte Cristi bringt Millionen und stärkt ganze Region

Lesedauer: 3 Min.

In der trockenen Region rund um Guayubín in der Provinz Monte Cristi hat sich eine der weltweit größten Aloe-Plantagen zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Das Unternehmen Universal Aloe, eine Tochter des Konzerns Forever Living Products, gilt als größte zusammenhängende Aloe-Farm der Welt.

Auf einer Fläche von rund 35.000 tareas wird hier Aloe Vera angebaut und verarbeitet – unter klimatischen Bedingungen, die eigentlich als schwierig für Landwirtschaft gelten. Dennoch entstehen wöchentlich Exporte im Wert von etwa 600.000 US-Dollar, was jährlich Einnahmen von sieben bis acht Millionen US-Dollar bedeutet.

Produktion für den Weltmarkt

Die Nachfrage ist hoch: Jede Woche verlassen etwa 15 Container mit rund 600.000 Pfund Aloe-Gel das Land. Hauptmärkte sind die USA, Europa und Asien. Insgesamt wird das Produkt in rund 152 Länder exportiert.

Bemerkenswert: In der Dominikanischen Republik selbst ist das Produkt kaum erhältlich, da die internationale Nachfrage den gesamten Output bindet.

Zwischen Handarbeit und Hightech

Die Produktion kombiniert manuelle Arbeit mit moderner Technologie. Die Ernte und Verarbeitung der Aloe-Blätter erfolgt überwiegend per Hand, um die Qualität zu sichern. Spezielle Werkzeuge ermöglichen es, das Gel effizient aus den Blättern zu lösen.

Anschließend wird das Produkt mithilfe von UHT-Technologie und aseptischer Abfüllung weiterverarbeitet. Täglich werden etwa 260.000 Pfund frische Blätter zu rund 20.000 Gallonen Aloe-Saft verarbeitet.

Die Plantage arbeitet vollständig biologisch und verzichtet auf chemische Zusätze. Stattdessen kommen eigene Kompostsysteme zum Einsatz. Ein Tropfbewässerungssystem sorgt dafür, dass die Produktion auch in der regenarmen Region stabil bleibt.

Wirtschaftlicher Motor der Region

Universal Aloe ist einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Rund 700 direkte Arbeitsplätze sowie bis zu 1.500 indirekte Jobs hängen von der Produktion ab.

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Kontakt

Für Gemeinden wie Guayubín und Buenavista ist das Unternehmen ein zentraler wirtschaftlicher Pfeiler. Es sichert Einkommen für zahlreiche Familien und trägt maßgeblich zur lokalen Entwicklung bei.

Logistische Herausforderungen

Trotz der Nähe zum Hafen von Manzanillo ist dieser für den Export derzeit kaum nutzbar. Stattdessen müssen die Waren über den rund sechs Stunden entfernten Hafen Caucedo transportiert werden.

Das erhöht Kosten und Aufwand erheblich, gilt jedoch als notwendig, um internationale Lieferketten zuverlässig einzuhalten.

Ursprung der Investition

Die Ansiedlung des Unternehmens geht auf die späten 1990er Jahre zurück. Nach schweren Frostschäden an Plantagen in den USA und Mexiko suchte der Konzern nach einem klimatisch stabileren Standort und investierte schließlich in der Dominikanischen Republik.

Heute hat sich die Region im Nordwesten des Landes zu einem global bedeutenden Zentrum für Aloe-Produktion entwickelt.

Wer mehr über die Pflanzenwelt und die Bedeutung von Aloe Vera in der Dominikanischen Republik erfahren möchte, findet weiterführende Hintergründe im DomRep Guide.

Pflanzenwelt der Dominikanischen Republik verstehen

Aloe Vera ist nur eine von vielen Pflanzenarten, die sich an die teils extremen klimatischen Bedingungen des Landes angepasst haben. Besonders in trockenen Regionen wie Monte Cristi zeigt sich die Vielfalt und Widerstandsfähigkeit der Flora.
Im DomRep Guide finden Sie Hintergründe zur Pflanzenwelt, zu regionalen Besonderheiten und zur Nutzung von Heil- und Nutzpflanzen im Land.

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