Regierung sucht neue Energiequellen

Dominikanische Republik prüft Kernenergie für Stromversorgung

Lesedauer: 2 Min.

Die Dominikanische Republik prüft den möglichen Einstieg in die Kernenergie. Nach Angaben von Energie- und Bergbauminister Joel Santos untersucht die Regierung, ob Atomenergie künftig Teil des dominikanischen Stromerzeugungssystems werden könnte.

Hintergrund sind die langfristigen wirtschaftlichen Wachstumspläne und der steigende Strombedarf des Landes. Die Regierung strebt nach Angaben des Ministers an, die Größe der dominikanischen Wirtschaft innerhalb der kommenden 15 Jahre zu verdoppeln. Dafür seien zusätzliche sichere und zuverlässige Energiequellen sowie eine stärkere Diversifizierung des Energiemixes erforderlich.

Konkrete Entscheidungen über den Bau eines Kernkraftwerks, mögliche Standorte, Technologien oder einen Zeitplan wurden nicht genannt. Nach den vorliegenden Aussagen befindet sich das Thema damit zunächst in einer Prüf- und Planungsphase.

Santos äußerte sich bei einem regionalen Workshop in Santo Domingo, der sich mit der Umsetzung und Berichterstattung im Rahmen des sogenannten Zusatzprotokolls zu den nuklearen Sicherungsmaßnahmen beschäftigte.

An der Veranstaltung nahmen Vertreter verschiedener lateinamerikanischer Staaten teil. Ziel war es, technische Kenntnisse über die Kontrolle nuklearer Materialien und Tätigkeiten sowie die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) zu stärken.

Das Zusatzprotokoll erweitert die Möglichkeiten der IAEO, zu überprüfen, ob nukleare Materialien und Aktivitäten eines Staates ausschließlich friedlichen Zwecken dienen.

Auch der dominikanische Vizeminister für Kernenergie, Gaddis Corporán, bezeichnete das Treffen als Gelegenheit zum Austausch über Erfahrungen, technische Verfahren und Herausforderungen bei der Anwendung internationaler Kontrollmechanismen.

Für die dominikanische Regierung gehört die Diversifizierung der Energieversorgung zu den zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre. Hintergrund sind der wachsende Stromverbrauch und der zusätzliche Energiebedarf, der mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes verbunden ist.

Die Überlegungen zur Kernenergie stellen dabei bislang lediglich eine mögliche langfristige Option dar. Ob die Dominikanische Republik diesen Weg tatsächlich einschlagen wird, ist nach den vorliegenden Angaben noch offen.

Weitere Entwicklungen zur Energie- und Regierungspolitik finden Sie im Ressort Staat und Politik.