Der Senator der Provinz San Juan, Félix Bautista, hat im dominikanischen Senat einen Gesetzentwurf eingereicht, mit dem das D’Hondt-Verfahren bei der Wahl von Abgeordneten, Gemeinderäten und Vertretern der Gemeindedistrikte abgeschafft werden soll.
Nach dem Vorschlag soll die bisherige Sitzverteilung durch das Prinzip der einfachen Mehrheit ersetzt werden. Gewählt wären demnach jene Kandidaten, die in ihrem jeweiligen Wahlbezirk die höchste Zahl gültiger Stimmen erhalten.
Das derzeit angewandte D’Hondt-Verfahren berücksichtigt bei der Verteilung der Mandate die Stimmen, die auf die jeweiligen politischen Organisationen entfallen. Dadurch kann es nach Darstellung Bautistas vorkommen, dass ein Kandidat trotz einer höheren persönlichen Stimmenzahl keinen Sitz erhält, während ein Bewerber mit weniger individuellen Stimmen gewählt wird. Entscheidend ist dabei auch das Gesamtergebnis der jeweiligen Partei oder politischen Gruppierung.
Bautista begründet seine Initiative damit, die Entscheidung über die gewählten Vertreter stärker unmittelbar an das persönliche Wahlergebnis der Kandidaten zu binden.
Der Gesetzentwurf sieht vor, das Gesetz 157-13 aufzuheben, das die Vorzugswahl und das D’Hondt-Verfahren regelt. Gleichzeitig sollen mehrere Bestimmungen des Wahlgesetzes 20-23 geändert werden.
Mit der Reform würde sich das Verfahren zur Vergabe von Mandaten bei Parlaments- und Kommunalwahlen grundlegend verändern. Ob und in welcher Form der Vorschlag im Senat weiter beraten und angenommen wird, geht aus den vorliegenden Angaben noch nicht hervor.
Weitere Nachrichten zu Parlament, Wahlen und politischen Reformen finden Sie im Ressort Staat und Politik.
Wer das politische System der Dominikanischen Republik und die Rolle von Parlament, Parteien und Wahlen besser verstehen möchte, findet im folgenden Hintergrund eine passende Einordnung.
Wie funktioniert das D’Hondt-Verfahren?
Das D’Hondt-Verfahren entscheidet darüber, wie Stimmen in Mandate umgerechnet werden. Der Hintergrund erklärt verständlich, wie das System funktioniert und warum es bei Wahlen eine wichtige Rolle spielt.
