Preise drücken Haushalte

Grundprodukte werden für viele Haushalte teurer

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In Märkten und Colmados im Großraum Santo Domingo berichten Händler und Kunden von spürbaren Preissteigerungen bei vielen Produkten des täglichen Bedarfs. Besonders betroffen sind Fleisch, Bacalao, Wasser, Speiseöl und mehrere Grundprodukte.

Die Beobachtungen stehen im Gegensatz zu Aussagen von Industrie- und Handelsminister Eduardo „Yayo“ Sanz Lovatón, der erklärt hatte, die Produkte des Warenkorbs seien dank der Regierungsmaßnahmen nicht teurer geworden.

Bei Besuchen in Märkten wie Villa Consuelo und Villas Agrícolas zeigte sich jedoch ein differenzierteres Bild. Einige Produkte blieben stabil oder wurden günstiger, andere verteuerten sich deutlich.

Eine Händlerin aus Villa Consuelo fasste die Lage mit den Worten zusammen, fast alles sei gestiegen. Besonders Bacalao fällt auf: Der Preis liegt dort bei rund 270 Dominikanischen Pesos pro Pfund und gehört damit zu den stärker betroffenen Produkten.

Andere Basisprodukte zeigen dagegen weniger Bewegung. Bohnen liegen je nach Sorte bei etwa 70 bis 75 Pesos, Reis bleibt vielerorts bei rund 35 Pesos pro Pfund.

Auch Hühnerfleisch ist in einigen Märkten günstiger geworden. In Villa Consuelo wird es mit rund 75 Pesos pro Pfund angegeben. Händler sehen darin jedoch kein Zeichen echter Entspannung, sondern verweisen auf schwache Nachfrage und leere Märkte.

Bei Gemüse und Kochbananen ist die Entwicklung unterschiedlich. Plátanos sanken in Villa Consuelo von etwa 30 auf 15 Pesos. Ají wurde mit 50 Pesos pro Pfund, Tomaten und Karotten mit je 35 Pesos sowie Brokkoli mit 50 Pesos angegeben.

Aus Sicht vieler Verbraucher bleibt die Belastung dennoch hoch. Ein Kunde brachte die Stimmung mit dem Satz auf den Punkt, das Einzige, was im Land noch billig sei, sei Salz.

In Villas Agrícolas zeigt sich bei Grundprodukten ein ähnliches Bild. Reis liegt dort zwischen 35 und 37 Pesos, schwarze Bohnen bei rund 45 Pesos und rote Bohnen bei bis zu 80 Pesos. Guandules werden mit etwa 60 Pesos pro Pfund angegeben.

Deutlicher sind die Preissteigerungen bei Fleisch. Rindfleisch erreicht je nach Angebot 175 bis 200 Pesos pro Pfund. Schweinefleisch stieg von 120 auf 135 bis 140 Pesos. Auch günstigere Fleischstücke verteuerten sich.

Händler berichten zudem von Lieferproblemen. Wenn Ware knapp sei, stiegen die Preise, und viele Kunden verzichteten angesichts der Kosten auf den Kauf.

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In den Colmados der Stadtviertel ist die Lage für Verbraucher oft noch schwieriger. Dort liegen die Preise meist über denen der Märkte.

In einem Colmado in Villa Juana kostet ein Botellón Wasser 110 Pesos, Hühnerfleisch 90 Pesos pro Pfund und Kochbananen 35 Pesos. Speiseöl wird je nach Verpackung zu sehr unterschiedlichen Preisen angeboten, von kleinen Beuteln bis zu Flaschen für 115 Pesos.

Zu den wenigen Produkten mit rückläufigem Preis zählen Eier. Sie kosteten zuvor etwa 10 Pesos pro Stück und werden nun teilweise zu zwei Stück für 15 Pesos verkauft.

Die Preisentwicklung zeigt, dass Verbraucher die Lage sehr unterschiedlich erleben. Während einzelne Produkte stabil bleiben oder günstiger werden, belasten höhere Kosten bei Fleisch, importabhängigen Waren und Colmado-Preisen den Alltag vieler Haushalte deutlich.

Besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen spüren die Unterschiede zwischen offiziellen Stabilitätsangaben und tatsächlichen Einkaufspreisen im Viertel.