Schulen vor schwierigem Start

Lehrergewerkschaft warnt vor massivem Klassenraummangel

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Kurz vor Beginn des Schuljahres 2026/2027 warnt die dominikanische Lehrergewerkschaft Asociación Dominicana de Profesores (ADP) vor einem erheblichen Mangel an Klassenräumen und teilweise schlechten Zuständen an öffentlichen Schulen. Nach Angaben des Verbandes könnten landesweit Hunderttausende Kinder und Jugendliche keinen regulären Schulplatz finden.

Besonders angespannt sei die Situation in der frühkindlichen Bildung. Nach Berechnungen der ADP könnten rund 153.000 dreijährige Kinder zum Schuljahresbeginn ohne Platz bleiben. Dafür fehlten etwa 7.000 Klassenräume. In den übrigen Bildungsstufen seien nach Angaben des Verbandes mehr als 321.000 Schüler von fehlenden Kapazitäten betroffen.

ADP-Präsident Eduardo Hidalgo erklärte, dass einige Klassen für den Anfangsbereich, die eigentlich für rund 20 Kinder ausgelegt seien, bereits mit bis zu 35 Schülern belegt würden, um möglichst wenige Kinder abweisen zu müssen.

Als eine der besonders betroffenen Regionen nannte Hidalgo Higüey. Dort nehme die Zahl der Schüler kontinuierlich zu, während der Neubau von Schulen mit dieser Entwicklung nach Einschätzung der Gewerkschaft nicht Schritt halte.

Wasser, Sanitäranlagen und Gebäudeschäden

Neben fehlenden Räumen kritisiert die ADP den Zustand zahlreicher bestehender Schulen. Nach den vom Verband vorgelegten Daten verfügen Teile der Sanitär- und Versorgungseinrichtungen nicht zuverlässig über Wasser.

Demnach seien 19 Prozent der Toiletten, 23 Prozent der Waschbecken und 22 Prozent der Schulküchen ohne Wasserversorgung. Die Gewerkschaft berichtet zudem von einzelnen Einrichtungen, in denen Lehrer und Schüler wegen Wassermangels auf Toiletten benachbarter Häuser ausweichen müssten.

Bei der Gebäudeinfrastruktur nennt der Bericht ebenfalls erhebliche Probleme. In 57,7 Prozent der untersuchten Schulen seien undichte Stellen beziehungsweise Wassereintritt festgestellt worden, bei 56 Prozent Risse oder andere Schäden. Ein Defizit bei Schulmöbeln und Sitzplätzen beziffert die ADP auf 36,6 Prozent.

Besonders kritisch bewertet die Gewerkschaft den fehlenden Unterhalt der Gebäude. Nach ihren Angaben verfügen mehr als 82 Prozent der Schulen derzeit nicht über eine ausreichende Instandhaltung. Der Verband befürchtet, dass der schlechte Zustand einzelner Gebäude auch Sicherheitsrisiken für Schüler, Lehrer und anderes Personal verursachen könnte.

ADP fordert landesweite Bestandsaufnahme

Die Gewerkschaft verweist außerdem auf zahlreiche noch nicht abgeschlossene Schulbauprojekte. Nach ihren Angaben befanden sich im Jahr 2020 rund 10.700 Klassenräume im Bau. Sechs Jahre später seien davon erst 48,5 Prozent fertiggestellt worden.

Die ADP fordert deshalb von der zuständigen Direktion für Schulinfrastruktur eine landesweite Überprüfung aller Bildungseinrichtungen. Noch vor Beginn des neuen Schuljahres müsse festgestellt werden, wo dringende Reparaturen notwendig seien und welche Einrichtungen besondere Sicherheits- oder Versorgungsprobleme aufweisen.

Neben der Infrastruktur sieht die Gewerkschaft weitere Herausforderungen an den Schulen, darunter Gewalt zwischen Schülern, Sicherheitsprobleme und schwierige soziale Verhältnisse, die sich auf den Unterricht und die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen auswirken können.

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