Das dominikanische Ministerium für Energie und Bergbau hat neue verbindliche Maßnahmen zum Energiesparen im öffentlichen Sektor erlassen. Grundlage ist die Resolution R-MEM-ADM-019-2026.
Ziel ist es, Energieverbrauch, Verwaltung und Effizienz in staatlichen Einrichtungen zu verbessern. Die Regierung reagiert damit auch auf die Unsicherheit an den internationalen Energiemärkten und will mehr Sparsamkeit in staatlichen Institutionen fördern.
Energieminister Joel Santos erklärte, die neue Regelung ändere frühere Vorgaben und verschärfe die Anforderungen an den Umgang mit Energie in öffentlichen Einrichtungen.
Ein zentraler Punkt betrifft die Klimaanlagen. In staatlichen Gebäuden soll eine Mindesttemperatur von 22 Grad Celsius gelten. Zudem müssen Klimageräte nach Ende des Arbeitstages ab 17 Uhr ausgeschaltet werden.
Auch regelmäßige vorbeugende Wartungen der Geräte werden vorgeschrieben, um unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der sogenannte „Vampirverbrauch“. Gemeint ist Strom, den Geräte im Standby-Modus oder bei Nichtnutzung weiterhin verbrauchen.
Dazu sollen Bürogeräte wie Drucker, Mikrowellen und Fernseher an Wochenenden und Feiertagen vollständig vom Strom getrennt werden.
Auch bei Beleuchtung und Mobilität gelten neue Vorgaben. Lichter in ungenutzten Bereichen müssen ausgeschaltet werden. Die Nutzung von Aufzügen wird ab dem dritten Stockwerk eingeschränkt, um Energie zu sparen und die Nutzung von Treppen zu fördern.
Die Resolution sieht außerdem vor, besonders energieintensive Tätigkeiten außerhalb der Spitzenlastzeiten zu planen. Diese liegen zwischen 18 und 23 Uhr.
Damit sollen Überlastungen im nationalen Stromnetz vermieden und der Energieverbrauch besser verteilt werden.
Ergänzend verlangt das Ministerium eine effizientere Wassernutzung. Öffentliche Einrichtungen müssen Sensoren und automatische Steuerungen in Pumpsystemen einsetzen.
Zudem sollen erkannte Lecks sofort behoben werden. Dadurch soll auch indirekter Energieverbrauch reduziert werden, der durch Wasserförderung und Pumptechnik entsteht.
Nach Angaben von Minister Santos sollen die Maßnahmen unnötigen Verbrauch verringern und den effizienten Einsatz von Energie in staatlichen Institutionen stärken.
Die Umsetzung wird vom Ministerium für Energie und Bergbau über das Vizeministerium für Innovation und Energiewende überwacht.
Die staatlichen Einrichtungen müssen künftig vierteljährliche Berichte vorlegen. Darin sollen sie darlegen, welche Ergebnisse erzielt wurden und welche konkreten Maßnahmen sie zur Reduzierung von Standby-Verbrauch umgesetzt haben.
Das Vizeministerium und seine technischen Fachbereiche sollen die öffentlichen Institutionen weiterhin begleiten. Dazu gehören technische Beratung, Leitlinien und Unterstützung bei der Umsetzung der neuen Vorgaben.
Die übrigen Bestimmungen der bisherigen Regelungen bleiben nach Angaben des Ministeriums unverändert.
Die neuen Vorgaben zeigen, dass Energieeffizienz nicht nur ein Thema für Haushalte und Unternehmen ist. Auch staatliche Einrichtungen stehen stärker unter Druck, Verbrauch zu senken, Kosten zu kontrollieren und das Stromnetz zu entlasten.

