Regierung kürzt Ausgaben

Regierung kündigt Sparmaßnahmen wegen externer Krise an

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Die dominikanische Regierung hat neue Maßnahmen zur Begrenzung und effizienteren Steuerung öffentlicher Ausgaben angekündigt. Damit soll der wirtschaftliche Druck abgefedert werden, der nach Regierungsangaben durch den Konflikt zwischen Iran und den USA entstanden ist.

Im Mittelpunkt steht eine geplante Kürzung der staatlichen Finanzierung politischer Parteien um 50 Prozent. Die Maßnahme wurde nach einem Regierungsrat unter Leitung von Präsident Luis Abinader bekannt gegeben.

Der Generaldirektor für Haushalt, José Rijo Presbot, erklärte, der Staat solle durch die Maßnahmen eine finanzielle Verfügbarkeit von rund 40 Milliarden Dominikanischen Pesos erreichen.

Neben der Halbierung der Parteienfinanzierung sollen ab sofort operative Ausgaben reduziert werden. Dazu gehören Einschränkungen beim Kauf von Fahrzeugen, mit Ausnahmen für prioritäre Bereiche wie Sozialhilfe und Ernährungssicherheit.

Auch Ausgaben für kleinere Reparaturen und Instandhaltungen, Dienstleistungen und Vertragsvergaben sollen überprüft und rationalisiert werden.

Geplant sind zudem Begrenzungen bei Veranstaltungen, Textilien, Dienstkleidung, Reisekosten, Flugtickets, Kraftstoff und staatlicher Werbung.

Darüber hinaus sollen laufende Transfers an autonome und dezentrale Einrichtungen sowie öffentliche Unternehmen reduziert werden, sofern diese eigene Einnahmen erzielen können.

Rijo Presbot betonte, bereits vertraglich gebundene Ausgaben würden eingehalten. Nicht vertraglich verpflichtete Haushaltsmittel würden hingegen überprüft und gegebenenfalls gekürzt.

Die Regierung begründet die Schritte mit der Notwendigkeit, nicht prioritäre Ausgaben vorübergehend zu verschieben. Ziel sei es, die Reaktionsfähigkeit des Staates zu stärken, wirtschaftliche Stabilität zu erhalten und öffentliche Mittel auf den Schutz besonders verletzlicher Gruppen zu konzentrieren.

Beim Thema Kraftstoffe ist nach Angaben von Präsidentschaftsminister José Ignacio Paliza noch keine Entscheidung über mögliche Preisänderungen gefallen. Das Ministerium für Industrie und Handel soll die entsprechende Entscheidung am Freitag bekannt geben.

Finanz- und Wirtschaftsminister Magín Díaz erklärte, die dominikanische Wirtschaft verfüge weiterhin über solide Grundlagen, um den externen Schock zu bewältigen.

Er verwies auf makroökonomische Stabilität, internationale Reserven von mehr als 16 Milliarden US-Dollar, Wechselkursstabilität, Wirtschaftswachstum und gestärkte Sozialprogramme.

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Nach Angaben der Regierung gehört der aktuelle Preisschock beim Erdöl zu den stärksten der jüngeren Vergangenheit. Díaz sprach von einem Anstieg des Ölpreises um mehr als 80 Prozent.

Die Regierungsstrategie konzentriere sich auf drei Ziele: die Wahrung makroökonomischer, fiskalischer und sozialer Stabilität, die Abmilderung der Folgen für Lebensmittel, Warenkorb und landwirtschaftliche Betriebsmittel sowie die Aufrechterhaltung öffentlicher Investitionen.

Paliza erklärte, der wichtigste Übertragungskanal für eine Volkswirtschaft wie die Dominikanische Republik sei der internationale Ölpreis. Steigende Energiepreise wirkten direkt auf Inflation, Lebenshaltungskosten und staatliche Subventionen.

Nach Regierungsangaben bedeutet jeder anhaltende Anstieg des Ölpreises um 10 US-Dollar pro Barrel zusätzliche Kosten von rund 763 Millionen US-Dollar pro Jahr für die dominikanische Ölrechnung.

Die angekündigten Maßnahmen zeigen, wie stark internationale Krisen auf Haushalt, Preise und politische Entscheidungen in der Dominikanischen Republik wirken können.

Gleichzeitig dürfte besonders die geplante Kürzung der Parteienfinanzierung politisch umstritten bleiben.