Die Akademie der Wissenschaften der Dominikanischen Republik (ACRD) und die Umweltkommission der staatlichen Universität UASD äußern Sorge über eine aus ihrer Sicht zunehmende Öffnung geschützter Gebiete für private Projekte und Investitionen. Im Mittelpunkt der Kritik stehen Valle Nuevo, Cabo Samaná und Isla Catalina.
Die beiden Institutionen sehen Anzeichen dafür, dass das Umweltministerium Flächen innerhalb von Schutzgebieten für private wirtschaftliche Nutzung zugänglich machen könnte. Sie stellen deshalb die Frage, ob bestehende Umweltvorschriften und der Schutz des natürlichen Erbes ausreichend berücksichtigt werden.
Konkrete Verstöße stellte der vorliegende Bericht nicht fest. Die Kritik beruht auf den Einschätzungen und Forderungen der beiden Institutionen.
Fragen zur Verwaltung von Valle Nuevo
Beim Nationalpark Valle Nuevo kritisieren die Organisationen insbesondere die Verwaltung von Einrichtungen, die mit staatlichen Mitteln für die öffentliche Nutzung errichtet worden seien.
Nach ihren Angaben seien entsprechende Anlagen einem privaten Betreiber zur Verwaltung überlassen worden. Die Institutionen bemängeln, dass bislang keine ausreichenden öffentlichen Informationen über Bedingungen, Auswahlkriterien und Verfahren dieser Vereinbarung vorlägen.
Sorge um Cabo Samaná
Auch der neue Managementplan für das Naturdenkmal Cabo Samaná stößt auf Kritik.
Nach Auffassung der Akademie der Wissenschaften und der UASD-Umweltkommission könnte der Plan private Bauvorhaben und kommerziell genutzte Infrastruktur innerhalb der Kernzone des Schutzgebietes ermöglichen.
Zusätzlich stellen die Organisationen die geplante Zonierung der Pufferzone infrage. Diese stehe ihrer Einschätzung nach möglicherweise im Widerspruch zur Resolution 0010/2018 des Umweltministeriums, in der zulässige Nutzungen für diesen Bereich geregelt seien.
Die beiden Institutionen gehen davon aus, dass diese Regelung weiterhin gültig ist.
Kritik an Plänen für Isla Catalina
Ein weiterer Streitpunkt ist das Naturdenkmal Isla Catalina.
Nach Angaben der Organisationen wurden dort Pläne bekannt, das Gebiet mithilfe privater Investitionen für touristische Einrichtungen und Aktivitäten weiterzuentwickeln.
Die Akademie der Wissenschaften und die UASD-Umweltkommission erklären, ihnen seien weder Umfang noch genaue Bedingungen des Vorhabens ausreichend bekannt. Sie kritisieren zudem, dass Informationen erst zu einem Zeitpunkt öffentlich geworden seien, zu dem sich das Projekt nach ihrer Einschätzung bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befinde.
Dadurch bestehe aus ihrer Sicht die Gefahr, dass wesentliche Entscheidungen praktisch bereits getroffen seien, bevor Öffentlichkeit und Fachinstitutionen die Auswirkungen vollständig beurteilen könnten.
Die beiden Organisationen fordern damit vor allem mehr Transparenz darüber, wie private Investitionen innerhalb geschützter Gebiete genehmigt und kontrolliert werden und welche Grenzen für wirtschaftliche Nutzung gelten.
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Die Diskussion zeigt, wie sensibel die Balance zwischen Naturschutz, öffentlicher Nutzung und touristischer Entwicklung in den Schutzgebieten des Landes ist. Ein Blick auf ihre Bedeutung und Schutzkategorien hilft, solche Konflikte besser einzuordnen.
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Die Dominikanische Republik verfügt über zahlreiche Nationalparks, Naturdenkmäler und weitere geschützte Landschaften. Sie bewahren besondere Ökosysteme und Landschaften, stehen zugleich aber immer wieder im Spannungsfeld zwischen Schutz, Nutzung und wirtschaftlichen Interessen.
