Präsident Luis Abinader behält auch fast sechs Jahre nach seinem Amtsantritt eine überwiegend positive Bewertung. Das zeigt die jüngste Gallup-Umfrage für die Dominikanische Republik, die von der Zeitung Diario Libre unterstützt wurde.
Die Erhebung wurde vom 28. April bis 1. Mai durchgeführt. Sie zeigt ein widersprüchliches Bild: Abinader genießt weiterhin persönliche Zustimmung, während die Unzufriedenheit mit Wirtschaftslage, Lebenshaltungskosten und Sicherheit wächst.
51,7 Prozent der Befragten bewerten Abinader als „guten Präsidenten“. Weitere 9,7 Prozent bezeichnen seine Amtsführung als „regulär“. 36,9 Prozent halten ihn für einen schlechten Regierungschef.
Die stärksten Zustimmungswerte erzielt die Regierung im Bereich Tourismus. 73,4 Prozent der Befragten bewerten die Arbeit in diesem Sektor positiv. Damit bleibt der Tourismus der wichtigste Rückhalt der Regierung.
Auch Bildung erhält mit 67,9 Prozent Zustimmung eine vergleichsweise gute Bewertung. Der öffentliche Verkehr kommt auf 58,9 Prozent.
Ebenfalls positiv wahrgenommen werden Straßeninfrastruktur und der Ausbau der Metro von Santo Domingo. Im Bereich öffentliche Arbeiten liegt die Zustimmung bei 57,4 Prozent.
Deutlich kritischer fällt die Bewertung bei Themen aus, die den Alltag vieler Menschen direkt betreffen.
In der öffentlichen Sicherheit lehnen 55 Prozent der Befragten die Arbeit der Regierung ab. Bei der Armutsbekämpfung fällt die Kritik noch stärker aus: 64,5 Prozent bewerten die Regierungsleistung in diesem Bereich negativ.
Auch die Staatsverschuldung sorgt für Unruhe. 55,9 Prozent der Bürger äußern Bedenken zum Umgang mit der öffentlichen Verschuldung.
Der empfindlichste Punkt der Umfrage ist jedoch die allgemeine wirtschaftliche Wahrnehmung. 62,9 Prozent der Befragten beschreiben die nationale Lage als schlecht oder sehr schlecht. Nur 21,6 Prozent bewerten sie positiv.
Dieses pessimistische Bild steht im Zusammenhang mit gestiegenen Lebenshaltungskosten, Inflation und dem Verlust an Kaufkraft vieler Familien.
Auch bei der persönlichen wirtschaftlichen Lage überwiegt die Sorge. 43,9 Prozent der Befragten beschreiben ihre eigene Situation als prekär. Demgegenüber stehen 30 Prozent, die ihre wirtschaftliche Lage als gut einschätzen.
Die Gallup-Ergebnisse deuten darauf hin, dass Abinader als Person weiterhin politisch stabil bleibt. Gleichzeitig entwickeln sich Wirtschaft, Sicherheit, Armut und Verschuldung zu den zentralen Herausforderungen für die Schlussphase seiner Regierungszeit.
