Der dominikanische Arbeitgeberverband Copardom fordert, die Gespräche zwischen Regierung, Unternehmen und Arbeitnehmervertretern über die Reform des Arbeitsgesetzbuches wieder aufzunehmen, bevor das Gesetzgebungsverfahren im Kongress weiter voranschreitet.
Copardom-Präsidentin Laura Peña Izquierdo erklärte, der bestehende dreiseitige Dialog im Consejo Consultivo de Trabajo sei weiterhin der geeignete Rahmen, um bei noch offenen Punkten einen Kompromiss zu erreichen.
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Cesantía, die gesetzliche Abfindung bei Beendigung eines Arbeitsverhältnisses. Peña Izquierdo wies zurück, dass die Arbeitgeber dieses Arbeitnehmerrecht abschaffen wollten. Copardom strebe vielmehr eine Änderung der Berechnung an.
Als eine Möglichkeit nannte sie, die Abfindung künftig auf Grundlage des durchschnittlichen Verdienstes während der Beschäftigungszeit zu berechnen und nicht wie bisher auf Basis des letzten Gehalts. Auch die Einführung einer Arbeitslosenversicherung solle geprüft werden.
Bereits erworbene Rechte bestehender Arbeitnehmer müssten nach Auffassung der Arbeitgebervertreterin unangetastet bleiben. Änderungen sollten nur für zukünftige Arbeitsverhältnisse gelten.
Als weiteres mögliches Modell verwies Peña Izquierdo auf Costa Rica, wo bei der Berechnung der Abfindung eine Begrenzung auf acht Beschäftigungsjahre vorgesehen sei. Erfahrungen anderer Länder könnten ihrer Ansicht nach helfen, einen Ausgleich zwischen Arbeitnehmerschutz und den Kosten formeller Beschäftigung zu finden.
Hohe Informalität als Argument
Copardom verbindet die Diskussion um Arbeitskosten mit der weiterhin hohen Informalität auf dem dominikanischen Arbeitsmarkt. Nach den im Beitrag genannten Daten der Zentralbank lag die Quote 2025 im Durchschnitt bei 54,1 Prozent.
Eine gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsorganisation OIT Ende 2023 durchgeführte Befragung von mehr als 1.000 Kleinstunternehmen habe laut Peña Izquierdo gezeigt, dass Kosten zu den wesentlichen Hindernissen für eine Formalisierung gehörten.
Copardom argumentiert deshalb, niedrigere Eintrittsbarrieren für formelle Beschäftigung könnten mehr Arbeitnehmern Zugang zu Sozialversicherung, Gesundheitsversorgung und Renten ermöglichen.
Peña Izquierdo forderte zugleich, das Reformprojekt erst nach erneuten Verhandlungen zwischen den drei Seiten weiter im Congreso Nacional zu behandeln. Auch bei der geplanten Reform der Sozialversicherung und der Gesetzgebung für den Versicherungssektor seien ihrer Ansicht nach weitere Abstimmungen erforderlich.
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