Fußballstreit wird politisch

Dominikanische Fußballorganisation fordert Sanktionen gegen haitianische Spieler

Die Organisation Acción Futbolera Dominicana (AFD) fordert disziplinarische Maßnahmen gegen die haitianischen Nationalspieler Wilson Isidor und Duckens Nazon. Anlass sind Äußerungen und Beiträge im Zusammenhang mit dem Länderspiel zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti im Estadio Olímpico Félix Sánchez.

Isidor werden Aussagen wie „La Española es Haití“ und „Haití está aquí“ zugeschrieben. Über den verifizierten Account von Duckens Nazon wurden zudem Botschaften wie „Hispañola es para nosotros“ sowie Anspielungen auf einen bewaffneten Konflikt verbreitet.

AFD wertet diese Aussagen als unangemessene Nutzung einer sportlichen Feier für territoriale Botschaften. Die Organisation betont, dass die Insel Hispaniola von zwei souveränen und unabhängigen Staaten geteilt werde und entsprechende Aussagen über eine ausschließliche Zugehörigkeit der gesamten Insel über den sportlichen Rahmen hinausgingen.

Die Organisation fordert deshalb die Concacaf auf, ein Disziplinarverfahren einzuleiten und mögliche Sanktionen nach den geltenden Regeln zu prüfen. Zugleich verlangt AFD von der dominikanischen Fußballföderation eine formelle Beschwerde und eine öffentliche Nachverfolgung des Falls.

Auch die FIFA wird zu einer Stellungnahme aufgefordert. AFD begründet dies mit der Notwendigkeit, den gegenseitigen Respekt zwischen Staaten auch im internationalen Fußball zu wahren.

In ihrer Stellungnahme grenzt die Organisation ihre Kritik ausdrücklich von pauschalen Angriffen auf die haitianische Bevölkerung ab. Der Protest richte sich ausschließlich gegen die genannten Äußerungen der Spieler. Zugleich betont AFD, dass die Verteidigung staatlicher Souveränität nicht mit Hass, Fremdenfeindlichkeit oder Diskriminierung verbunden werden dürfe.Text

Beitragsbild(er):elnacional.com.do