Einfluss weit über Haiti

Haitianischer Unternehmer Gilbert Bigio mit 91 Jahren gestorben

Der haitianische Unternehmer Gilbert Bigio ist im Alter von 91 Jahren in den Vereinigten Staaten gestorben. Der Gründer der GB Group gehörte zu den einflussreichsten Geschäftsleuten Haitis und baute über Jahrzehnte ein Unternehmensnetz auf, das auch in der Dominikanischen Republik eine bedeutende Rolle spielte.

Bigios Geschäftsaktivitäten reichten von Stahl und Lebensmittelvertrieb über Telekommunikation bis hin zum Energiesektor. Besonders stark war die GB Group im Bereich Kraftstoffe und Erdölprodukte vertreten.

In der Dominikanischen Republik wurde das Unternehmen vor allem durch die Übernahme von Vermögenswerten von Chevron Texaco bekannt. Im Jahr 2012 erwarb die GB Group Teile der Infrastruktur und des Vertriebsnetzes des internationalen Konzerns im Land und stärkte damit ihre Position im regionalen Kraftstoffgeschäft.

Darüber hinaus war die Unternehmensgruppe auch in der Lagerung und im Handel mit Erdölprodukten in der Karibik tätig.

Bigios Name war in seinen letzten Lebensjahren jedoch auch mit schweren Vorwürfen verbunden. Die kanadische Regierung verhängte im Dezember 2022 wirtschaftliche Sanktionen gegen ihn. Kanada warf ihm vor, bewaffnete Gruppen in Haiti unterstützt und finanziert sowie von Korruption profitiert zu haben.

Eine gerichtliche Verurteilung Bigios wegen dieser Vorwürfe wird nicht genannt.

Auch in internationalen Finanzrecherchen tauchte sein Name auf. Unter anderem wurde er im Zusammenhang mit den sogenannten Pandora Papers erwähnt, die Geschäfts- und Finanzverbindungen zahlreicher internationaler Unternehmer, Politiker und Investoren offenlegten.

Mit Gilbert Bigio verliert Haiti einen Unternehmer, dessen wirtschaftlicher Einfluss weit über die Landesgrenzen hinausreichte. Seine Unternehmensgruppe war über viele Jahre in mehreren Ländern der Karibik aktiv und eng mit dem Energie- und Handelssektor der Region verbunden.

Beitragsbild(er):elnacional.com.do