Die Regierung der Dominikanischen Republik will die räumliche Entwicklung des Landes künftig stärker steuern und setzt dabei auf ein groß angelegtes Investitionsprogramm mit internationaler Unterstützung.
Die Dominikanische Republik investiert 200 Millionen US-Dollar in ein umfassendes Programm zur Raumordnung und nachhaltigen Entwicklung. Das Projekt wurde vom Präsidialministerium vorgestellt und wird durch die Weltbank finanziert.
Ziel ist es, die territoriale Planung zu stärken, das Wachstum besser zu steuern und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Naturrisiken zu erhöhen. Gleichzeitig soll die Qualität öffentlicher Investitionen verbessert und die Entwicklung langfristig planbarer gemacht werden.
Raumordnung im Zentrum der Entwicklung
Präsidialminister José Ignacio Paliza betonte bei der Vorstellung, dass die Raumplanung künftig eine zentrale Rolle im Entwicklungsmodell des Landes spielen werde.
In den kommenden Wochen soll ein nationaler Raumordnungsplan im Ministerrat vorgestellt und verabschiedet werden. Parallel dazu sind weitere regionale Planungsinstrumente bereits vorbereitet.
Gesetzliche Grundlage und Reformagenda
Das Vorhaben baut auf bestehenden Reformen auf, insbesondere auf dem Gesetz 368-22 zur Raumordnung und Bodennutzung sowie dem Gesetz 345-22 zur regionalen Planung. Diese schaffen erstmals eine moderne Grundlage für eine koordinierte Entwicklung auf nationaler Ebene.
Die Initiative umfasst mehrere zentrale Bereiche:
- Raumplanung und Steuerung der Stadtentwicklung
- Modernisierung geospatialer Daten
- Risikomanagement
- Ausbau resilienter Infrastruktur
Infrastruktur und konkrete Maßnahmen
Ein Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung kritischer Verkehrswege. Insgesamt sollen 65 Kilometer Straßen nach widerstandsfähigen Standards ausgebaut werden. Davon profitieren direkt mehr als 300.000 Menschen.
Zudem sollen Planungsinstrumente so erweitert werden, dass künftig über 80 Prozent der Bevölkerung von einer strukturierteren Entwicklung profitieren.
Bessere Daten für bessere Entscheidungen
Ein zentraler Bestandteil ist die Modernisierung geospatialer Daten. Geplant sind unter anderem:
- Ausbau des nationalen geodätischen Netzes
- Erstellung neuer Karten mittels LiDAR-Technologie
Damit sollen Bauvorhaben besser gesteuert, Risikozonen vermieden und fundiertere Entscheidungen im öffentlichen und privaten Sektor ermöglicht werden.
Naturrisiken als zentrale Herausforderung
Die Dominikanische Republik ist besonders anfällig für Naturereignisse. Zwischen 2016 und 2022 wurden rund 700 Millionen US-Dollar für die Reparatur beschädigter Infrastruktur aufgewendet.
Nach Angaben der Weltbank mussten in diesem Zeitraum mehr als 1.000 Bauwerke – darunter Brücken, Straßen und Hänge – instand gesetzt werden. Das neue Programm soll dazu beitragen, solche Schäden künftig zu reduzieren.
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